Der erste Teil, 2021 gedreht nach einer Kurzgeschichte von Stephen Kings Sohn Joe Hill, war ein solider Gruselthriller – und ein Kassenschlager. Da der Film mit dem Tod des Kinderkillers „The Grabber“ endete, war ein Sequel eigentlich (wie so oft) unnötig. Das merkt man dem zweiten Teil auch an.
Initialzündung der Fortsetzung war (neben den offensichtlichen finanziellen Gründen) die Idee Hills, der Grabber könnte sein letztes „Opfer“, Finn anrufen. Aus der Hölle. Regisseur und Co-Autor Scott Derrickson entwickelt daraus eine Mischung aus Rache- und Origin-Story: Vier Jahre nach den Vorfällen wird Finns übernatürlich begabte Schwester Gwen von Alpträumen geplagt, bei denen sie zudem schlafwandelt. Geleitet von Gwens Traumerscheinungen bewerben sich Finn, Gwen und ihr Freund Ernesto als Aushilfen im Alpine Lake Camp, in dem der Grabber offenbar bereits vor vielen Jahren mit seiner „Arbeit“ begann. Das Camp wird eingeschneit, das stillgelegte Telefon klingelt und Gwen wird in ihren Träumen vom Grabber heimgesucht. Wirklich gruselig ist das alles jedoch nicht.
Derrickson setzt Stimmung vor Spannung. Die häufigen Flashbacks und Traumsequenzen sind im grobkörnig-verwaschenen Super 8, bzw. 16 mm Format gedreht und mit beunruhigenden Soundcapes unterlegt – eine Rückkehr zu Derricksons bereits in SINISTER sehr effektiv eingesetzten Stilmitteln. Grabbers Erscheinen in Gwens Träumen ist ein eindeutiger Freddy Kruger-Throwback. Und die in den 80ern angesiedelte Story erinnert noch mehr als Teil eins an den Kampf der STRANGER THINGS Teens gegen den Dämon „Vecna“.
THE BLACK PHONE 2 sieht toll aus, ist schön gefilmt und hat ein paar interessante Ideen, funktioniert aber nicht sonderlich als Horrorfilm – eher als spooky „Young Adult“ Adventure.
6.5/10