Review

Manchmal findet man auch unter den Italowestern aus der dritten Reihe eine kleine Perle. „Dai Menici Mi Guardo io!“ ist definitiv keine.
Charles Southwood als dröger Revolverheld Alan Burton und Julian Mateos als sein nervtötender Kumpel Hondo, der am liebsten sinnlose spanische Sprichwörter zum Besten gibt und auch gerne mal auf der Maultrommel herumdudelt sind als Protagonisten so dermaßen farblos und unsympathisch, das man schon recht bald das Interesse an den Figuren und ihrem weiteren Schicksal verliert.
Die Story mit den 3 Dollars und dem Lageplan eines Goldschatzes, der auf ihnen verzeichnet ist, kann man sich ja noch gefallen lassen. Aber die Umsetzung ist dann wirklich der reinste Murks.
Jedes Versatzstück des Westernfilms, das „Dai Menici Mi Guardo io!“ präsentiert, sei es der Postkutschenüberfall, die Flucht in einem Sarg, die Schießerei nach einem Bankraub, die Schlägerei im Saloon oder die Folter eines Gefangenen, um an Informationen zu kommen, ist mieser in Szene gesetzt, als es, selbst in solchen Billigproduktionen, Standart ist. Dazu wurde noch eine völlig überflüssige Liebesgeschichte nebst Eifersuchtsdrama eingebaut und der mexikanische Bandit, mit dem tollen Namen El Condor, taugt eher als Kinderschreck, der seine Bande anscheinend aus den Dorftrotteln der näheren Umgebung rekrutiert hat.
Am Drehbuch des Films hat auch Bruno Corbucci mitgewirkt, der ja immerhin Co-Autor von „Il Grande Silenzio“ ist. Vielleicht sind ihm die Überraschungsmomente zu verdanken, mit denen der Film am Ende aufwartet, doch wirken diese eher aufgesetzt und können natürlich den Streifen letztendlich nicht mehr retten.
Einzig der Komponist Carlo Rustichelli hat seinen Job gut gemacht und liefert einen netten Soundtrack.

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