Review

Alan Burton [ Charles Southwood ] kommt bei einem Überfall auf eine Postkutsche dem Banditen El Condor [ Mirko Ellis ] in die Quere. Dieser ist hinter drei Dollarstücken her, die codierte Einprägungen zum Lageplan einer vergrabenen Kriegskasse aufweisen. Burton schleust sich in Condors Bande ein und bereitet erst auf eigene Faust, dann mit Hilfe des Mexikaners Hondo [ Julián Mateos ] seine eigenen Schachzüge vor...

Ganz angenehm zu schauender Italowestern, der zwar einen soweit durchaus guten, aber leider keinen sonderlich grossen Eindruck macht und dadurch bloss irgendwo im Mittelfeld hängenbleibt. Vor allem bei Vielstsehern dürfte das Werk gleichwohl seinen Anklang finden, aber mehr als „Gesehen und Vergessen“ kommt dann auch nicht bei rum. Grund dafür ist vor allem, dass man weder inhaltlich noch von der Inszenierung her irgendwelche Sprünge macht; nicht mal ansatzweise eine Präzedenz erschafft.
Drehbuch und Regie gehen für das vielbenutzte Genre zwar soweit in Ordnung, erlauben sich aber den Luxus, entweder nicht mehr auffallen zu wollen oder zu können. So wird ein sehr sicherer Film abgeliefert, der sich dahingehend beschränkt und anscheinend zufriedengibt, blosser Durchschnitt ohne grossartige dramaturgische Vorgaben zu sein.

Deswegen muss man sich die wenigen Spitzen auch zusammenklauben; da freut man sich als Zuschauer schon mal über den optisch stimmigen Southwood und im Kontext extravagante Kleinigkeiten. Zum Beispiel eine etwas andere Form des stillen Alarms beim Banküberfall ebenso wie die chinesische Wasserfolter; obwohl beider Wirksamkeit arg angezweifelt werden muss.
Ansonsten geht es nämlich zu sehr seinen Gang; zu sehr unsensationell und schwunglos. Etwaige Überraschungen sind zwar in der Tat 1 – 2 mal vorhanden, aber werden nicht wirklich gross geschrieben. Wenn man selbstständig etwas mitdenkt zumindest; dann bekommt man übrigens auch einige Schnitzer in der Logik mit.

Die einleitende Charakterisierung des Sachverhalts entfaltet sich ansonsten auch ohne einen einzigen Hintergrund der verschiedenen Protagonisten und Gegenspieler prächtig; man ist mitsamt der passend besetzten Zentralfigur rasch mitten im Geschehen. Dieser bekommt auch erst später seinen Namen und wird sonst gar nicht weiter vorgestellt, kristallisiert sich aber über die folgenden Ereignisse gut heraus.
Das Hauptthema Geldgier sorgt sowieso bei allen für ausreichend Motivationen und bedarf dann auch keiner weiteren Erklärung. Die konkurrierenden Hauptparteien sind schnell klar; der Aufbau geht zügig voran und macht keine weiteren Umwege in der Aufstellung der zugrundegelegten Prämissen.
Eigentlich könnte man danach auch das Tempo richtig anziehen oder zumindest beibehalten, aber dem ist nicht so. Nachdem man sich rasch jeweils einem Dollar bemächtigt hat, lässt der dritte bis zum Ende auf sich warten und wird dann auch mehr oder minder nur aus dem Hut gezaubert, wörtlich sogar.
Der Zwischenteil besteht aus dem üblich Hin – und Hergereite, einem Einschleichen in die feindliche Position und anschliessend Aufgedecktwerden sowie einem romantic subplot samt Eifersuchtsdrama.

Das ist zwar alles soweit ganz koscher und wirkt auch beileibe nicht so sehr wie Füllmaterial im Vergleich zu anderen Produktionen, aber kann das Interesse natürlich nicht ins Unermessliche steigern.
Für nur nebenbei konsumieren ist es fast schon wieder zu schade, aber mehr Aufmerksamkeit auf einer Ebene – und sei es nur dem Anziehen der äusserst lockeren Actionschraube - sollte man schon erwecken wollen. Die Vorgehensweise ist aber eindeutig zu ruhig; statt aufs Gas tritt man über einen top – down Zugang mehrfach die vorhandenden Fakten breit. Dabei braucht man bei dem simplen System und dem eh längst vorhandenen Verständnis gar keine detailliertere Betrachtung, der Informationsbedarf ist schnell gedeckt.
Die trotz einem kleinen Kniff absehbare Konklusion rundet den Film dann konsequent ab; auch hier hat man das Ausrufezeichen vergessen.

Tut beileibe keinem weh, aber manchmal ist weniger eben doch weniger.

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