"Mein Leben hängt an einem Dollar" ist ein ziemlicher mittelmäßiger Vertreter des Italo-Westerngenres, der zwar eine interessante Story hat, die jedoch schlecht umgesetzt wurde:
Nach dem Ende des Bürgerkrieges wurde die Kriegskasse der Südstaaten versteckt, damit sie nicht den Nordstaatlern in die Hände fällt. Ihre genaue Position kann man nur mit 3 Dollarn herausfinden, mit denen man den Code entschlüsseln kann.
Ein Fremder (Charles Southwood) stapft durch die Wüste und wird von einer Postkutsche mitgenommen. In ihr befinden sich ein ehemaliger General, ein Priester und ein weiterer Mann. Kurz darauf wird die Kutsche überfallen und der General entführt. Der Fremde erschießt die Banditen und erfährt von dem General die Geschichte über die Kriegskasse. Der Fremde nimmt sich den Dollar und begibt sich auf die Suche nach den Verbleibenden.
In der nächsten Stadt wird er von einer mysteriösen Frau beobachtet, die auch gleich versucht ihn umzubringen.
Er erschießt die Frau und wird eingesperrt. Im Gefängnis trifft er auf Hondo (Julián Mateos) und die beiden brechen auch gleich wieder aus. Ihre Wege trennen sich jedoch und unser Fremder trifft bald auf den Besitzer des zweiten Dollars, El Condor (Mirko Ellis). Er schleust sich in die Bande ein, doch bald erfährt man, wer er wirklich ist.Nur mit Hilfe Hondos kann er sich befreien. Die beiden hecken einen Plan aus, um an die restlichen Dollar zu gelangen...
Mag sich die Story nicht schlecht anhören, umso stümperhafter wurde sie umgesetzt. Ein großes Manko ist, dass sich der Film zu sehr in die Länge zieht und deshalb oft Langeweile aufkommt. Es wurde einfach zu viel in den Film integriert. Zu viele uninteressante Nebenstränge, die den Film nicht wirklich weiterbringen. Auch sind einige Fehler im Film und Fragen bleiben offen. Woher weiß der Mann in der Kirche, wer unserer Fremder wirklich ist? Genauso versucht der Film etwas auf Mysterie zu setzen: Die mysteriöse Frau am Anfang, der Spitzel in der Kirche und auch die Musik. Jedoch ist das eher deplaziert und ringt dem Zuschauer höchstens ein müdes Lächeln ab.
Auf der schauspielerischen Seite kann höchstens Charles Southwood ein bisschen überzeugen, der seinen Part recht ordentlich spielt. Aber er kann nicht mit den großen des Genres mithalten.
Julián Mateos als Hondo ist auch noch akzeptabel, auch wenn er nicht wirklich überzeugen kann.
Mirko Ellis, der den El Condor spielt, überzeugt dagegen nicht in der Rolle des gläubigen Bandenführers. Er spielt einfach nicht gemein genug, sodass er einem keine Angst einflößt.
Auch die Musik ist nicht das Wahre. Zwar ist das Lied zu Beginn des Filmes klasse, doch die Musik im Laufe des Filmes wirkt eher monoton und kann nur bedingt zur Schaffung einger ordentlichen Atmosphäre beitragen. Besonders diese, ich nenn sie mal Mystikmusik, geht mir gehörig auf die Nerven.
Der Kameramann hat dafür eine ordentliche Arbeit angeliefert. So ist die Verfolgung am Anfang recht gut.
Jedoch wimmelt es auch hier, von einigen Fehlern. So z.B. bei der Verfolgung des Pferdes, wo man genau merkt, dass die Szenen einzeln gedreht und anschließen zusammengeschnitte worden. So ist die Wolkenformation ganz anders.
"Mein Leben hängt an einem Dollar" ist durchschnittliche Italo-Westernkost, die wohl nur richtigen Genrefreaks gefällt. Ansonsten reicht: Ein Mal gucken und vergessen.