„She/He‘s a keeper!“ sagt man augenzwinkernd, wenn der Partner sich als augenscheinlicher Glücksgriff erweist. Im Genrefilm ist bei dieser Begrifflichkeit jedoch traditionell Vorsicht angesagt. Und so erscheint es gleich mal eher verdächtig als romantisch, wenn Arzt Malcolm (Rossif Sutherland) seine Freundin Liz (Tatiana Maslany) in seine Hütte im Wald einlädt.
Aber Regisseur Osgood Perkins ist nicht an einer weiteren simplen „Captive Woman“ Story interessiert. Als Malcolm kurzfristig zurück zu einer Patientin ins Krankenhaus muss, hat Liz seltsame Erscheinungen. Bildet sie sich das alles ein? Spielt ihr Malcolms weirder Cousin Darren von gegenüber einen Streich? Oder war der Schokoladenkuchen, den ihr Malcolm am Vorabend aufdrängte, doch nicht so harmlos?
Der Film spielt mit den Erwartungen, streift Beziehungssatire und Psychothriller, flirtet mit Geister- und Monster-Horror, bis er nach einer völlig irrwitzigen „Auflösung“ komplett in den Wahnsinn abdriftet. Das klingt chaotisch, ist jedoch Osgoods bislang spannendster und stimmigster Film geworden. Bei LONGLEGS verspielte er mit dem Gaga-Ende die sorgfältig aufgebaute Spannung und Atmosphäre des vorangegangenen Films, bei THE MONKEY konnte er sich nicht zwischen Komödie und Horror entscheiden und lieferte in keinem Bereich so richtig ab.
KEEPER macht zwar auch eine harte Kehrtwendung im dritten Akt, ist aber bis dahin wirklich spannend und spooky und dreht dann bis zum bitterbösen Finale nochmal richtig auf. Dazu darf Tatiana Maslany hier nach ihrem viel zu kurzen Auftritt in THE MONKEY endlich mal wieder in die Vollen gehen. Überraschend gelungen!
7.5/10