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Arnold machte den Anfang. Er kämpfte sich (im wahrsten Sinne des Wortes) als Profi-Bodybuilder ins Filmgeschäft nach Hollywood und wurde zu einem der größten Actionstars aller Zeiten, der bis heute kein akzentfreies Englisch spricht. Dies hat vielen Athleten Mut gemacht, denn seitdem haben viele Sportler versucht, diesen Werdegang ebenfalls hinzubekommen, doch die meisten Versuche sind jämmerlich gescheitert.

Eigentlich hätten Profisportler, die sich als Schauspieler versuchen, ein eigenes Kapitel in den An(n)alen der Filmgeschichte verdient. Meist gingen diese Versuche nämlich furchtbar in die Hose. So sind die Versuche von Paul Breitner (z.B. „Potato Fritz“) gut zum Vergessen geeignet. Auch der (Prä-Mord)-O.J. Simpson konnte schauspielerisch nicht überzeugen. Die einzigen Ausnahmen bilden hierbei die kurzen Auftritte als „Nordberg“ in den „Nackte Kanone“-Filmen, aber dort durfte sich ja auch die dralle Mops-Blondine Anna Nicole Smith versuchen. Die Liste ließe sich beinahe beliebig verlängern. Die wenigen Ausnahmen bestätigen dabei nur die Regel.

In „Firestorm“ versucht sich der ehemalige Profi-Footballer Howie Long als Feuerwehrmann in einem Actionkracher. Der Film ist von 1998 und wie die Geschichte beweist, hat sich Long nicht als neuer Arnold entpuppt. Was diesen Fall von den oben genannten Versuchen unterscheidet, ist dass „Firestorm“ und auch Howie Long ganz ordentlich funktioniert haben. Zwar ist der Film weit davon entfernt, ein Actionklassiker, wie „Terminator“ zu sein, doch für Actionfreunde ist er mit seinen 85 Minuten ein erfreulicher Quickie, in dem der Muskelberg nicht unangenehm auffällt, weil er seine Sache ganz gut macht. Schauspielerisch setzen zwar andere Akzente, wie z.B. Scott Glenn, der überzeugend einen alternden Feuerwehrmann gibt, oder William Forsythe, der einen ganz vortrefflichen Bösewicht abgibt. Die Story ist schön einfach und auch die Spezialeffekte sind durchaus ansehnlich. Insofern ist „Firestorm“ einer jener Filme, die erfolgreich hätten sein können, da sie die Voraussetzungen dafür eigentlich mitbringen, es aber dennoch nicht waren. In einem Paralleluniversum, in dem „Firestorm“ damals an der Kinokasse eingeschlagen ist, ist Howie Long übrigens mittlerweile einer der größten Actionstars dieses Planeten, James Camerons Lieblingsdarsteller und auf dem Weg in die Politik. Dort hätte der gleiche Film vielleicht auch den einen oder anderen Punkt mehr bekommen. Hier bekommt er, was ihm zusteht:

Fazit:

7/10

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