Review
von Leimbacher-Mario
Brandrodung
Ein heldenhafter Elitefeuerwehrmann für das trockene, amerikanische Hinterland kämpft gegen unaufhaltsame Flammenwände und einen ausgebrochenen Killertrupp zugleich - heiße Angelegenheit oder abgebrochenes Streichholz?
Heute wären da sicher The Rock, John Cena oder Jason Statham in die Breche gesprungen, Ende der 90er sollte dieser smoky Actionthriller die Karriere von Howie Long anheizen. Doch das Werk ließ alle Welt kalt und verhalf niemandem auf die Sprünge. Was natürlich nichts daran ändert, dass auch solch ein Ganzlinienflop heutzutage wiederentdeckt und gemocht werden kann. Zwischen heißen Ornithologinnen und psychopathischen Mördern, zwischen Rauchzeichen und Motorradstunts, zwischen unpassender Musik und erfrischend echt wirkenden Feuern. Heutzutage wären vielleicht mit Glück ein paar Blätter real - in „Firestorm“ fühlt man die echten Flammen und den atemraubenden Rauch durchaus. Außerdem erfüllt Howie Long seine Aufgaben besser als erwartet. Da kann man sich schon vorstellen, warum man in ihm einen kommenden Actionstar sah. Zumindest die körperlichen Dinge kauft man ihm ab. Insgesamt ist „Firestorm“ vollkommen brauchbare Feiertagsunterhaltung. Testosteronüberdrusskino mit Muskeln, Männern und Machosprüchen. Ein Barbecueballermann. Fahrenheit auflegen und au'm Sofa grillen! Nur hintenraus wird’s arg blöd und stumpf.
Fazit: eine fast grenztrashige Mischung aus „Con Air“, „Towering Inferno“ und „Only The Brave“. Total 90er, ziemlich kurzweilig. Besser als man meinen könnte. Oder zumindest unterhaltsamer. Keine Sekunde zu lang, keinen IQ-Punkt zu niedrig.