Kojoten in den Hollywood Hills? Das darf auch mehrdeutig betrachtet werden, denn ein zum Teil makaberer Humor durchzieht den Tierhorror von Regisseur Colin Minihan, der für sein Unterfangen immerhin zwei etablierte Gesichter gewinnen konnte.
Comicautor Scott (Justin Long), seine Frau Liv (Kate Bosworth) und Tochter Chloe (Mila Harris) geraten arg in die Bredouille: Nicht nur ein Stromausfall infolge eines Sturms macht der Familie zu schaffen. In dieser Nacht tummeln sich Dutzende von aggressiven Kojoten am Anwesen…
Justin Long bildet mit seiner Figur das handelnde Zentrum des Geschehens, während vor allem Kate Bosworth eher wenig zu tun bekommt. Andere Figuren werden mithilfe eines Comicprofils und Namenseinblendung eingeführt, wobei man sich nicht grundlegend alle Namen merken muss, - einige fallen binnen kurzer Zeit den hungrigen Tieren anheim.
Jene schmalen Wölfe mit buschigem Schwanz sind von Weitem recht passabel in die Szenerie gerückt, bei näheren Aufnahmen sind die CGI aufgrund eher schlichter Gestaltung hingegen deutlich als solche erkennbar. Anfangs beißen die Tiere etwas beherzter zu als im späteren Verlauf, da werden auch schon mal Unterschenkel angeknabbert, eine Schulter erwischt oder ganze Arme abgetrennt.
Bei alledem kommt der Humor nicht zu kurz, welcher einerseits von manchen schrägen Nebenfiguren wie den zugedröhnten Nachbarn und andererseits von der Situationskomik ausgeht („Nein, nein. Sie haben nur Teile seiner Lunge gefressen. Er ist ganz friedlich gestorben.“). Schade, dass die Figurenkonstellation letztlich eher überschaubar bleibt und es keine sonderliche Ausdehnung in die Nachbarschaft gibt. Dadurch stellt sich im Mittelteil trotz insgesamt flotten Tempos ein wenig Redundanz ein.
Hinzu kommt die simple Geschichte, die sich ohne Überraschungen und mit relativ simpler Endlösung als wenig originell entpuppt. Zwar gerät das Finale in einigen Punkten durchaus spannend, doch das große Mitfiebern bleibt, trotz Verbarrikadierens und vager Gegenwehr aus. Demgegenüber liefern sämtliche Mimen in angemessener Spiellaune ab, wobei auch hier Justin Long definitiv den dankbarsten Part erhält.
Das starke, weil eingängige Titelthema sticht letztlich genauso positiv hervor wie die gute Laune, die dem Tierhorror über weite Teile mitschwingt. Zwar beißen die Tiere nicht dauerhaft beherzt zu und die dazugehörige Optik fällt nicht immer überzeugend aus, doch wer schlicht gestrickten Tierhorror mag, erhält innerhalb der 91 Minuten weitgehend kurzweiligen Stoff.
6,5 von 10