Alle Jahre wieder…spuckt das Internet (bzw. Shudder) eine weitere Folge V/H/S aus. Der bereits neunte Film der Reihe hat nun (überraschenderweise erst jetzt!) das verbindende Thema Halloween. Leider sticht dieses Mal nur ein einziges Segment heraus, wobei der Rest – mit Ausnahme der dämlichen Rahmenhandlung – zumindest ansehbar ist.
„Diet Phantasma“: Die Rahmenhandlung. Versuchspersonen testen ein „neues Erfrischungsgetränk“ mit tödlichen Nebenwirkungen. Why? kann man sich da nur fragen. Albern und unnötig, langweilig und redundant.
„Coochie Coochie Coo“: Zwei als Babies verkleidete junge Frauen geraten in ein Halloweenhaus mit Babythematik. Recht spooky, verpasst jedoch ein rechtzeitiges Ende, bevor es nervig wird.
„Ut supra sic infra“: Die Polizei rekonstruiert eine brutale Mordnacht mit dem geständigen Täter in einem mysteriösen Raum. Dabei werden die Handyaufnahmen der Tat mit den aktuell mitgedrehten Geschehnissen zwischengeschnitten. Und das Unheil nimmt seinen Lauf… Hier erkennt man gleich die Handschrift eines Meisters: Der Beitrag wurde inszeniert von Paco Plaza (REC, LA ABUELA) und schafft eine wirklich unheimliche Atmosphäre inklusive konsequenter Auflösung. Würde die V/H/S Reihe doch nur aus solchen Kurzfilmen bestehen!
„Fun Size“: Eine Gruppe Twens hält sich beim Trick-or-Treating nicht an die „One per Person“ Regel und wird dafür böse bestraft. Hysterisch und geschmacklos, aber weder witzig noch creepy. Ein typischer Amateurfilm, der technisch zwar ok gemacht ist, aber nirgendwo hinführt.
„Kidprint“: Ein Kindermörder geht um in der Stadt, weshalb der örtliche Elektronikladen sicherheitshalber Videoaufnahmen der Kinder anbietet (ein Service, den es in den 90ern tatsächlich gab). Aus der Prämisse hätte ein bedrückender Missbrauchs-Thriller werden können, aber dem Format geschuldet wird es dann doch nur Foltertrash. Indie-Regisseur Alex Ross Perry (QUEEN OF EARTH) hätte sicherlich mehr drauf gehabt.
„Home Haunt“: Vater und halbwüchsiger Sohn lassen zu Halloween ihr „Dr. Mortis House of Horror“ für die Nachbarschaft aufleben, spielen dazu aber versehentlich eine Dämonenbeschwörungsplatte ab. Es folgt ein nettes Gemetzel, bei dem u. a. Makeup-Effekt-Legende Rick Baker himself von einem Leintuchgespenst ausgepresst und die ewig laufende Kamera von einer Hexe auf dem Besen mitgenommen wird. Solider Rausschmeißer, der zum Glück weiß, wann es genug ist.