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Dass sich der Tod nicht so leicht austricksen lässt, wissen Horrorfans spätestens seit der Reihe „Final Destination“. Aber auch antike Artefakte können zur unausweichlichen Heimsuchung führen. Letzteres nutzt Regisseur Corin Hardy für seine nicht allzu originelle Prämisse, die er allerdings recht atmosphärisch umsetzt.

Pellington ist eine unauffällige Kleinstadt in die Chrys zieht. Nach einem holprigen Start an der hiesigen High School findet sie im Spind ein aztekisches Artefakt, welches schon bald die Runde macht. Doch als jemand die Todespfeife während einer Party betätigt, scheint das Todesurteil für alle Beteiligten besiegelt…

Eine beschlossene Sache ist auch der Abgang eines Basketballspielers zum Einstieg. In letzter Sekunde führt sein Wurf zum Sieg, wonach er fluchtartig das Spielfeld verlässt. Er hatte augenscheinlich Kontakt mit der Skulptur, auf dessen Vorderseite ein kleiner Totenkopf zu sehen ist und erfährt dies kurz darauf auf schmerzvolle Weise.

Die wenigen Figuren erhalten immerhin taugliche Figurenzeichnungen. Während Chrys mit dem fast schon obligatorischen Trauma eines Verlustes gezeichnet ist und zur Außenseiterin mutierte, bildet der Rest einige Klischeearchetypen, welche allerdings genügend Raum zur Entfaltung erhalten. Zudem gibt es einen menschlichen Antagonisten in Form eines dubiosen Priesters und Dealers, wonach dieser zum Finale eventuell noch eine Rolle spielen könnte.

Was Hardy mehrfach gut gelingt, ist die Inszenierung einiger düsterer und zuweilen unheimlicher Kulissen. Da huschen Schatten in einem vermeintlich verwaisten Schulgebäude, auf dem Rummelplatz an Halloween geht es gar an mehreren Ecken und Enden gruselig zu, doch auch verwaiste Lagerhallen eignen sich gut für paranormale Vorgänge, welche insgesamt ein wenig auf sich warten lassen. Gleiches gilt für diverse Ableben, die dann, so etwa nach einer Stunde in zwei Fällen zum überraschenden Splatterfest mit recht blutigen Einlagen führen.

Natürlich entfalten sich die groben Abläufe erahnbar. Da wird einmal mehr eine Spezialistin zum Thema Tod und Artefakt befragt, einige Individuen erhalten als Vorwarnung einige Visionen oder werden mit ihrem bevorstehenden Schicksal getriggert, wonach gleichermaßen versucht wird, mit Tricks und Finten dem Tod zumindest für den Moment zu entkommen.
Entsprechend liefert der Showdown zwar keine Überraschungen, doch eine garstige Finalszene lässt immerhin Möglichkeiten für Fortsetzungen offen.

Darstellerisch sticht unter den weitgehend unbekannten Gesichtern ein Nick Frost als unsympathischer Lehrer heraus, wobei die übrigen dennoch passabel liefern. Der Score fällt zwar kaum auf, doch demgegenüber trägt die effektive Sounduntermalung mitunter zu einigen Schreckmomenten bei. Die wenigen paranormalen Erscheinungen sind stimmungsvoll und teils creepy gestaltet und auch die Gewalteinlagen sind trotz sichtlicher CGI solide ausgefallen.

Sonderlich innovativ gestaltet sich „Whistle“ also nicht, doch die versierte Umsetzung dürfte bei eingefleischten Genrefreunden auf Anklang stoßen, zumal es neben atmosphärischen Sequenzen auch regelmäßig zu spannenden Momenten kommt. Bekannte Versatzstücke können bei konzentrierter und effizienter Erzählweise eben ausreichen, genügend Interesse zu erwecken und für ansprechende Unterhaltung zu sorgen.
Knapp
7 von 10 

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