They blew it!
Tröööt! Die Neunziger haben angerufen und wollen ihr Horrorkonzept wiederhaben: In guter alter Trashfilmtradition von WISHMASTER, LEPRACHAUN & Co. wird alle Jahre wieder versucht, ein „neues“ Franchise à la OUIJA oder TAROT ins Leben zu rufen, das Studios und Filmemachern ewigen Reichtum einbringt. Vor sechs Jahren war es der zum Glück folgenlos gebliebene Marokko-Dämonen-Beschwörungshorror KANDISHA, hier ist es eine aztekische Todesflöte, in die man tunlichst nicht tuten sollte. Was aber natürlich wieder ein paar ungezogene Highschoolkids machen, sonst wäre der Film wohl noch langweiliger geworden.
Ein Pfiff auf einer Poolparty reicht schon, und alle Anwesenden werden sterben – und zwar so, wie das Schicksal es ohnehin für sie vorgesehen hat, nur eben deutlich früher. Quasi eine verkomplizierte FINAL DESTINATION-Variante, allerdings ohne deren Charme, bösen Witz und Ideenreichtum.
Corin Hardy hat vorher u. a. THE NUN inszeniert und ebenso standardisiert laufen auch hier die Todesszenen ab: auf lange trügerische Stille folgt erst ein falscher Jumpscare, dann ein echter, gelegentlich wird auch variiert. Die Kills selbst sind erschreckend unspektakulär, lediglich ein Autounfall (ohne Auto!) ist dank CGI recht eindrucksvoll geraten.
Nick Frost führt hier (als einziger namhafter Darsteller) seine Phase mit mittelprächtigen Horrorfilmen (KRAZY HOUSE, GET AWAY, BLACK CAB) fort, die toughe Hauptdarstellerin Dafne Keen kennt (und mag) man aus LOGAN und THE ACOLYTE, der Rest der Riege hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.
Zwischen den Todesfällen gibt es etwas Teeniegeplänkel und Mythenrecherchieren, dass dieses Mal ein gleichgeschlechtliches Pärchen im Fokus steht, ist auch eher Zeichen der Zeit als Progressivität. So sind die Zielgruppen dieses Films nicht in erster Linie Horrorfilmfans sondern eher amüsierwillige Teens, die im Kino eh lieber knutschen. Viel verpassen sie hier nicht.
4.5/10