Beyond Gore
In „bester“ Tradition der französischen 00er-Härte plus solcher „vergessenen“ 80s-Grindhouseslasher wie „Slaughterhouse“ gemixt mit zeitaktuellem Kulturgrabenkampf der essenstechnischen wie moralischen Überzeugungen, schickt „der brutalste Holländer aller Zeiten“ ein paar „Tierschützer“ und rebellische Umweltaktivisten in den Kampf gegen Tierquälerei, schlechte Mastbedingungen - und ihren eigenen höchst blutigen und schmerzhaften Untergang…
Selten hat der filmische Begriff „Schlachtplatte“ wohl besser gepasst als bei „Vleestag“ aka „Fleischtag“ aka „Meat Kills“ - und dennoch hat er seinen momentan kleinen Hype unter Gorefreunden nicht wirklich verdient, wenn's nach mir geht. Man sieht nichts, was man vorher noch nie gesehen hätte. Gerade in diesem Subgenre. Man spürt nichts, weil einem beide Seiten (Aktivisten vs. Fleischer) ziemlich am Arsch vorbeigehen. Und klare Vorbilder von vor 20 oder eben 40 Jahren wischen mit diesem plumpen und metallisch-kalten „Fleischkopp“ doch ziemlich deutlich den blutigen Boden auf. Ja, einzelne Kills haben es in sich und am Ende ist dieser Schlachthof definitiv neu rot gestrichen. Und dass nicht allzu sehr irgendeine Seite bezogen wird, ist in Ordnung und eher ein Plus. Aber wenn hinter der (meist toten) Schweine- wie Menschenfleischbeschauung so wenig steckt, alles wiedergekaut wirkt und einen kalt wie eine Kühltruhe lässt, dann kann „Vleestag“ hinter seinen splattrigen, niederländischen und alterfreigabetechnischen Schlagzeilen leider nicht allzu viel… Ich respektiere ihn aber für seine Geradlinigkeit und Altmodigkeit und seinen Schmutz. Und natürlich einige handgema(ts)chte Effekte. Trotzdem ist die Wertung fast noch gnädig…
Fazit: Holländische Härtehohlfritte… Der Veganer-„Frontier(s)“?! Viel ist nicht unter dem Goregewand. Dafür sitzt's aber einigermassen tight! Backwood war gestern - jetzt heißt's Schweinefarm!? Naja.