Review

Die Besetzung liest sich ja ganz gut, auch der Regisseur ist kein Unbekannter. Das knallbunte Filmplakat irritiert etwas und auch EuroVideo-Nachfolger Vuelta ist kein Verleiher für große Actionkunst. Da geht man schon mit etwas gedämpften Erwartungen an den neuen Kinnaman-Film heran. Joel Kinnaman kann zwar nicht besonders gut schauspielern, besitzt aber ungeheuer viel Charisma und Ausstrahlung. Seine Rollenwahl ist nicht immer glücklich, da ist dann schon der ein oder andere Flop dabei. Und leider gehört auch dieses Werk nicht zu seinen besten.

Grundsätzlich ist die Geschichte schon interessant und beinhaltet auch ein paar nette Ideen, wenn die Action auf berstendem Eis stattfindet oder im Finale festgefrorenes Methan zu explodieren beginnt. Für ein B-Movie  gibt es da schon die ein oder andere Ballerei und Actionszene, die man schauen kann. Unterm Strich ist der Film aber ein ziemlicher Reinfall.

Das Opening beginnt recht stark. Eine Diebesbande raubt ein Geldversteck aus. Brutal und blutig, ein ganz gut gemachter Einstieg. Der Verweis auf den Eigentümer des Geldes lässt erahnen, dass da ganz ganz böse Handlanger eine Rolle spielen werden. Das allerdings wird später im Film nicht mehr aufgegriffen. Es geht dann nur noch darum, wie eben diese Diebesbande versucht, an ihr Geld heranzukommen, das ein Einheimischer zufällig findet. Natürlich ist der dann auch Ex-Soldat und kann gut kämpfen - welch Klischee!

Die Naturkulisse ist zunächt imposant, schon bald fällt aber auf, dass viele Kulissen ziemlich künstlich wirken. Gerade die Szenen im Reservat-Dorf haben den Anschein, als seien hier billige Pappmachee-Hütten vor einer gemalten Wand im Studio aufgebaut worden. Gedreht wurde übrigens mal wieder kostengünstig in Osteuropa und eben nicht in Montana. Das merkt man dann schon irgendwann.

Schwach sind auch die Figuren. Nicht nur unser einheimischer Held trieft vor Klischees, da ist dann auch noch die Rangerin, die alle stereotypen Vorstellungen bestätigt. Wenigstens die bliche Liebesromanze bleibt uns erspart. Richtig schwach ist Danny Huston, der ja immer Bösewicht kann und übrigens in Yellowstone im echten Montana schon Location-Erfahrung besitzt. In diesem Film gibt er die wohl schwächste Darstellung seiner Karriere ab, dazu noch lächerlich eingekleidet und immer Sonnenbrille und Hut tragend, damit ihn keiner erkennt.

Was mich aber am allermeisten gestört hat, ist die merkwürdie Kameraführung und die grellbunte Farbgebung, die so überhaupt nicht zur Tonalität des Films passt. Ich weiss nicht, ob das ein Kameraexperiment war oder man zuviel intus hatte bei den Dreharbeiten... Visuell ein Total-Reinfall!

Unterm Strich also viele Mängel, mäßige Spannung, ein paar nette Ideen und teils recht blutige Action. Gaaaaaanz knappe 5 Sterne, aber tendenziell eher weniger!

Details
Ähnliche Filme