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Was macht ein Mensch, wenn er der vermeintlich letzte auf der Erde ist? Darüber dürfte sich Autor und Regisseur Alfonso Quijada vor seinem zweiten Spielfilm einige Gedanken gemacht haben. Leider nur ein paar.

Eine namenlose Frau (Natalia Reyes) scheint die letzte ihrer Art auf der Erde zu sein. Eine Pandemie, ein Krieg und eine Alieninvasion haben jedes Leben auf der Erde zerstört. Doch bald bemerkt die Frau von ihrer Schwangerschaft, zudem stößt sie auf einen streunenden Schäferhund. Leise Hoffnung keimt auf…

Das Risiko ist bekannt: Eine Protagonistin in einer postapokalyptischen Welt ist verdammt wenig, um das Publikum dauerhaft an das Geschehen zu binden. Im Zuge diverser Bedrohungen wäre das noch okay, doch hier gibt es schlicht keine. Insofern ist es immerhin hilfreich, der Namenlosen ein Voice-over spendiert zu haben, damit zumindest einige Hintergrundinformationen ans Tageslicht gelangen.

Allzu viele Details erfährt man jedoch nicht. Als sie eine Kirche betritt, wird der Mord an einen Geistlichen thematisiert, der augenscheinlich aus Rache sterben musste. Doch genaue Fakten bleiben aus. Zumal es im Verlauf nicht einen einzigen Flashback gibt, um etwaige Hintergründe etwas anschaulicher zu gestalten. Es bleiben: Sie und der Hund auf Erkundungstouren.

Entsprechende Settings (in Kolumbien) sind sorgfältig gewählt. Es gibt einige verwaiste Fahrzeuge, verlassene Gebäude mit deutlichen Zeichen des Verfalls und eben jene Holzhütte, in der man sich notdürftig einrichtete. Doch die allgemeine Handlungsarmut wird erst relativ spät durchbrochen, als ein Regensturm aufzieht und überhaupt mal ein wenig Bewegung wahrzunehmen ist.

Zwar werden hier und da philosophische Fragen in den Raum geworfen und die Dame fragt sich unweigerlich, warum ausgerechnet sie verschont wurde, doch Antworten darauf gibt es keine konkreten. Die Chose bleibt bis zuletzt oberflächlich und wirft nebulöse Andeutungen in den Raum, jedoch nichts Greifbares mit dem man arbeiten könnte.

Der allgemeine Minimalismus bleibt ergo bis zuletzt erhalten, die Außerirdischen bleiben bloße Behauptung und obgleich eine kurze Einstellung am Rande eines Berges aufhorchen lässt und der Ausgang zumindest eine Art Abschluss bildet, kann der Gesamteindruck keineswegs zufrieden stellen.

Darstellerin Reyes performt zwar weitgehend bodenständig und trägt das Geschehen recht solide und der Score ist um Vielfalt und Emotionen bemüht, doch das eindimensionale, nur selten atmosphärische Geschehen liefert unterm Strich zu wenig, um die deutlich zu langen 102 Minuten kurzweilig zu gestalten.
3 von 10

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