Review

Die 7 aus Texas - Antes llega la muerte

Spanien/Italien 1964

Regie: Joaquín Luis Romero Marchent

Dem Manne grauset's, er reitet geschwind, erreicht Laredo mit Mühe und Not, in seinem Wagen die ächzende Frau……!

Bob Carey (Paul Piaget) wird nach fünfjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen. Er tötete einen von Ringos (Robert Hundar) Brüdern, der seine Verlobte Maria (Gloria Milland) belästigt hatte. Er kehrt zurück, inmitten unsicherer Zeiten wegen eines Indianeraufstands. Das Wiedersehen mit Maria hatte er sich anders vorgestellt, denn sie ist jetzt mit dem reichen Farmer Clifford (Jesús Puente) verheiratet. Bob akzeptiert dies natürlich und sagt ihr, dass er wegzieht, um sie nicht mehr wieder zu sehen. Allerdings fordert ihn Ringo zu einem Duell heraus, bei dem Bob ihn nicht tötet, sondern beide Hände zerschießt. Clifford erfährt vom örtlichen Arzt, dass Maria schwer krank ist, ein Gehirntumor und dass Ihre einzige Chance ein Spezialist in Laredo ist. Er verheimlicht ihr das und führt ihren schlechten Gesundheitszustand auf eine Schwangerschaft zurück. Da er nicht möchte, dass sein „Kind“ unter so gefährlichen Umständen aufwächst, verkauft er seine Farm und heuert den ehemaligen Armeescout Rogers (Francisco Sanz) an, einen Transport nach Laredo zu organisieren. Diesem fällt es nicht leicht, entsprechenden Geleitschutz zu finden, kann jedoch den Mestizen Tomaso (Fernando Sancho) mit dessen Freund Dan (Beni Deus), sowie den zwielichtigen Jess (Raf Baldassarre) mit seinen beiden Kumpanen Donald (Luis Induni) und Tom (Gaspar 'Indio' González) anheuern. Dazu gesellt sich noch der chinesische Koch Lin Chu (Gregorio Wu), während Bob ablehnt und von dannen zieht. Mit zwei Planwagen machen sie sich auf die gefährliche Reise und wollen den kürzesten Weg nehmen, durch das Indianergebiet und die Wüste! Da Ringo immer noch nach Rache dürstet, aber auf Grund seiner Verwundung momentan seine Hände nicht gebrauchen kann, lauert er unterwegs mit seinen beiden Brüdern Bob auf, dabei werden seine 2 Brüder getötet und Bob schwer verwundet. Zufällig kommt Cliffords Reisegruppe am Ort des Geschehens vorbei und sie versorgen Bobs Wunden und nehmen ihn mit, auch Ringo entschließt sich mitzureisen, nur um zu zuschauen, wie Bob langsam verreckt. Allerdings erholt sich Bob schneller als gedacht und gerade noch rechtzeitig, da Jess die anderen 4 dazu überreden konnte, Clifford sein kleines Vermögen abzunehmen. Bob verhindert dies und unter Mithilfe von Ringo, Tomaso und Dan werden Donald und Tom erschossen, während Jess ohne Vorräte und Pferd zurückgelassen wird. Als nach einigen Tagen die Vorräte langsam zu Ende gehen, beschließen sie, zu einem nahegelegenen Fort zu ziehen. Unterwegs kommen sie an einer Poststation vorbei, die von den Apachen überfallen wurden, alle Bewohner wurden getötet. Kurz nach ihrer Ankunft im Fort beginnen die Apachen das Fort anzugreifen, unter Aufbietung aller Kräfte werden sie mit hohen Verlusten zurückgeschlagen. Einem Weiterzug steht nun nichts mehr im Wege, es folgt der gefährlichste Teil der Reise, durch die Wüste. Nachdem sie an einem Fluss nochmals alle Wasserfässer gefüllt haben, beginnen die Strapazen unter mörderischer Sonne und rationiertem Wasser. Bei einem Nachtlager werden aber die Wasserfässer von einem Unbekannten zerschossen. Da bei einer Rückkehr zum Fluss, wertvolle Tage verloren gehen würden, entschließt sich Clifford zum Weiterziehen und der Hoffnung, unterwegs eine Wasserstelle zu finden.

Werden sie diese auch finden oder verschmachten sie in der Wüste unter glühender Sonne?

War es ein Fehler Jess zurück zu lassen, kann er ihnen noch gefährlich werden?

Eskalieren die Rachegedanken Ringos und wird dadurch das ganze Unternehmen gefährdet?

Übersteht Maria die ganzen Strapazen und erreicht sie den rettenden Arzt in Laredo?

Der Film bringt 2 Konfliktthemen in Bewegung, zum einen das Wiedersehen mit Maria, dass sich Bob natürlich völlig anders vorgestellt hatte und die Rachegedanken von Ringo, diese werden eingebettet in das Hauptthema des Films, nämlich die beschwerliche Reise auf Grund Marias Erkrankung nach Laredo. Der Film erinnert mich streckenweise an John Fords „Spuren im Sand“, wir sind 1964 immer noch in der Zeit, als amerikanische Western kopiert wurden, obwohl es bereits der 4. IW von J.L.R. Marchents war, er agiert sorgfältig und routiniert, aber die Geschichte krankt am Drehbuch, da doch einige große „Zufälle“ zum Tragen kommen. Außerdem, wem gelingt es, einer Frau einzureden, sie sei schwanger obwohl sie schwer krank ist? Was man dem Film hoch anrechnen muss, sind die autobiographische Züge des Regisseurs, da dessen Mutter an Lungenkrebs erkrankt war, aufgegeben von den Ärzten, die ganze Familie verzweifelt und ohne Hoffnung. Diese Situation hat er gekonnt in den Film übertragen. Die Bilder der spanischen Landschaft, seien es die schneebedeckten Berge der Sierras oder die Wüste Almerias wurden großartig eingefangen und machen den Film zu einem visuellen Erlebnis.

Die Musik von Riz Ortolani klingt teilweise etwas altbacken als reine Begleitmusik zu den Ereignissen im Film, wirkt teilweise aber auch sehr vertraut, wenn Elemente aus Old Shatterhand verwendet werden, was dann auch musikalisch besser klingt.

Meine Wertung: 6/10.

Stimmen zum Film:

Sebastian auf der SWDB:

„Seven from Texas“ besticht durch einige sehr bekannte und erstklassige Drehorte, die hervorragend in Szene gesetzt werden. Der Film wirkt sehr glaubwürdig und realistisch, es gibt keine übertriebenen Szenen, und die Hauptfiguren benehmen sich nicht wie Möchtegern-Superhelden, sondern wie Menschen mit Fehlern. Sie werden von Schuldgefühlen und Rachegedanken geplagt, sind krank und müssen ums Überleben kämpfen.

Die Segnalazioni Cinematografiche sprechen dem Film eine europäische Identität ab, denn er versuche nur, amerikanische Vorbilder nachzuahmen. Gelobt wurde vor allem die Farbfotografie; Regie und Darstellung seien angemessen.

Medium: Die neu erschienene DVD von Pidax als deutsche Erstveröffentlichung mit einer hervorragenden Bild- und Tonqualität (das Bild ist besser als auf der englischen Dorado Bluray) und einer Laufzeit von 95 Minuten, da einige Szenen in spanisch mit deutschen Untertiteln enthalten sind, dürfte der Film in UNCUT vorliegen.




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