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Es pöltert der ewige Kinderkobold







Wer kennt sie nicht, die Lausbubengeschichten des rothaarigen Kobolds, der Generationen von Kinderaugen verzauberte und bei seinen Scharmützeln viele Lacher über die Backen entlockte? Jetzt ist er wieder da, 22 Jahre nach seinem letzten Leinwandabenteuer, mit frischen Darstellern und einer neuen Geschichte, aber frech wie eh und je.


Der Kobold Pumuckl lebt bei Florian Eder in dessen Hinterhofwerkstatt in München. Dieser hatte die Schreinerei von seinem längst verstorbenen Onkel Meister Eder vermacht bekommen. Aus dem Nichts erhält Eder junior eine Einladung in das oberbayerische Dorf, in der er seine Jugend verbrachte und seine Ausbildung zum Schreiner absolvierte. Im Dorf steht das traditionelle Maibaumfest an, bei der es Brauch ist, den fertig gebauten Maibaum vor Diebstahl zu schützen. Die alte Chefin von Florian nutzt die Gunst der Stunde, um ihren ehemaligen Azubi,die Schreinerei zu vermachen. Ein Traum wird wahr, nur der kleine Kobold scheint andere Absichten zu haben und versteht auch den Hintersinn des Festes nicht und so kommt es zu turbulenten Querelen und das Missverständnis nimmt seinen leicht chaotischen Lauf.


Der Kinderklassiker von ehedem geht in die vierte Grossleinwandrunde und darf weiterhin die neue Generation Kiddies, aber auch junggebliebene Eltern, die mit dem Frechdachs grossgeworden sind, herzlich erfreuen. Retrofreunde werden begeistert sein, das dies Gesamtkonvolut in unveränderter Manier nebst klassisch gewohnter Kulisse weitgehendst bestehen blieb, aber mit erfrischend neuen Darstellern aufgepimpt wurde. Der freche quirlige Pumuckl strotzt wie gewohnt in seinen leucht rot-gelb-grünen Farben, treibt weiterhin seine vorlauten Faxen in kindlich-niveauvollen Dialogen, ohne dabei ausufernd oder obszön zu werden.

Das Drehbuch reitet völlig losgelöst und beschwerdefrei über Feld und Land, überanstrengt die Kleinsten nie, bietet frechen Spass und Heiterkeit, beweist Mut zum Vintage, kommt so gut wie ohne Postmoderne aus. Hauptdarsteller Florian Brückner spielt sich wohlfühlend in die Rolle des Eder-Nachkömmlings, auch wenn er den grossen Bayrhammer nicht beerben kann, der leider 1993 verstarb. Nichtsdestotrotz macht die Geschichte mächtig Spass, unterhält mit Freilandmalerei und ländlichen Sitten, die genüsslich durch den Kakao geschleift werden.Und auch die bayrische Mundart sorgt für Wohlbehagen. Ein Chaos für Kinder; herzlichst umgesetzt mit Liebe zum Detail, filigraner Musik und einem bekömmlichen Stab. So möchte man gerne seine Jüngsten unterhalten; ganz ohne Gewalt, erhobenen Zeigefinger und bösen Spitzzungen. Hurra, hurra, der Frechdachs ist wieder da, hurra, hurra, jetzt ist's wieder klar!


Frecher, aber harmloser Kinderulk, der sich vor dem Klassikerpumuckl verbeugt, pointierte Witze setzt und durch sein Gesamterscheinungsbild positiv auffällt. Also nicht nur für die lieben Kleinen gedacht, sondern auch für die junggebliebene Elternschar. Putzig, lustig und doch so herrlich Vintage, ohne das Original postmodern zu beschmutzen!

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