Review
von Leimbacher-Mario
Pizza, Pannen & der Prinz der Dunkelheit!
„Highway To Hell“ ist mein neuer Lieblingsfilm! Ok, das ist übertrieben und voreilig. Aber er hat zumindest alles, was ein Lieblingsfilm braucht - von teuflischen Cops über eine skurrile Unterwelt bis zu Hitler, der verneint, dass er Adolf heißt und sich als „Bob“ ausgibt. Jip, was für ein weirder, kleiner Kultfilm, dem viel zu lange eine würdige VÖ verweigert wurde! Zum Glück ändert Wicked Vision da nun endlich etwas dran und liefert ein exzellentes Mediabook zu dieser skurrilen Mixtur aus „Maniac Cop“, „Beetlejuice“, „The Road Warrior“ und „South Park - The Movie“. Ich schrieb es ja - „Highway To Hell“ ist ein famos unterhaltsamer, kurzweiliger Cocktail und (bald vielleicht nicht mehr?) B-Movie-Geheimtipp. Erzählt wird von einem jungen Pärchen, das heimlich von daheim ausgerissen ist und ihre Liebe auf dem Highway zelebriert - wäre da nicht der Cop aus der Hölle, der die holde Jungfrau in den sonderbarsten Kreis des Fegefeuers entführt, sodass dem weniger bekannten der Lowe-Brüder nichts anderes übrig bleibt, als seiner Traumfrau hinterherzufeuern...
Damn, die ganze Familie Stiller ist am Start! Gilbert Godfried als Adolf Hitler! Eine Hölle, wie man sie noch nie gesehen hat! Autorennen. Müllauskipper :D. Dämonische Stripclubs. Verführerische Dämonen. Belzebub, der die Gelassenheit gepachtet hat. Sünder, die sich ihrer Schuld kaum bewusst sind, überall. Überall Wahnwitz und Hüttenzauber! „Highway To Hell“ bietet an jeder Ecke feine, urkomische Details, die mich über jede Minute gefesselt und unterhalten haben. Da versteht man absolut nicht, wie der so lange in der Versenkung bleiben konnte... Die vielen Figuren und Ganzkörperkostüme sind sehenswert und detailverliebt, es gibt genug käsige Einzeiler und die alte „Ich hole sie aus der Hölle zurück!“-Story war wohl noch nie dermaßen durchgedreht. Einfach eine flache, gute Zeit. Der wortkarge Höllencop (einer der Jason Vorhees-Darsteller!) hat sogar absolut das Zeug zur Kultfigur. Es gibt barker'sche Vibes, Lowe macht sich als bubihafter Held solide, für Kristy Swanson (immerhin die erste Buffy!) würden sicher einige Männer auf dem Dreirad durch die Hölle radeln. „Highway To Hell“ lässt sich in kein Genre und keine Schublade sperren, an seine oft abstrusen Tempowechsel, Storysprünge, etlichen Ideen und rauen Kanten muss man sich erstmal gewöhnen - aber insgesamt ein Gem mit genug Budget, Charisma und teuflischem Gütesiegel!
Fazit: wenn die Liebe deines Lebens gen Fegefeuer gezogen wird, musst du eben hinterher... „Highway To Hell“ ist ein Roadmovie wie kein anderer, eine einzigartige Orpheus-Version und ein campy Horrorabenteuer, das härter rockt als Led Zeppelin und Justin Bieber zusammen!