Mit der späteren Cheap Killers (1998) Partnerin und kürzlich jung verstorbenen Kathy Chow (Jahrgang 1966) gedrehtes Telemovie mit Alex Fong; Fong hat etwa ein Handvoll Langfilme für die damals damit hausieren gehenden TVB (=Television Broadcasts Limited) gedreht, alle etwas außerhalb der sonstigen Komfortzone, die damals meist niederes Terrain mit viel Schusswaffenarsenal und viel Spitzbuben an jeder Schmuddelecke umfassten, das sieht hier etwas aus. Zurückgreifen konnte der damals und vorher und später vielbeschäftigte Darsteller auf Profis des Fernsehsenders, auf Ng Chan-Chau bspw., auf Lin Chi-Fan, auf Derek Chiu oder hier auf Cheuk Ang-Tong; der vorliegende Film dabei ausnahmsweise ein Drama auch, etwas, dass Fong sonst selten bis gar nicht bedient:
Die beiden für den Nationalstaat tanzenden Sheng [ Alex Fong ] und Ning [ Kathy Chow ] werden bei einem Auftritt an der Front zur Stärkung und Unterhaltung der dort stationierten Soldaten durch einen Angriff feindlicher Truppen überrascht und getrennt. Sheng lässt seine Karriere fallen und versucht in Hong Kong sein Glück mit einer neuen Frau und neuen beruflichen Wegen, sieht aber eines Tages bei einer lokal stattfindenden Zeremonie seine frühere Liebe wieder und möchte sie auch wiederhaben. Allerdings haben äußere Einflüsse und die positionierte Garde etwas dagegen, wird Ning doch allen voran durch Dai Bao [ Joseph Lee ] an der kurzen Leine gehalten.
Mit einem Einleitungstext versehen, den es noch zu übersetzten gilt. Dann ist die VRC am Starten, die Soldaten am Singen und Zustimmen, eine Parade, eine Feierlichkeit, die Volksarmee zuhörend und wartend, ein öffentliches Ereignis, ein Bekenntnis im melodiösen Klang, das Akkordeon spielt, der Chor erschallt. Lange bleibt es nicht friedlich, der Feind schon im Anmarsch von hinten heran, sich angeschlichen während der Aufführung, auf der Bühne das Frohlocken, währenddessen die Maschinengewehre gezogen, und voran geprescht, voran gestoben, ein Hinterhalt, die RPG bestückt, das Heil in der Flucht und der Gegenwehr gesucht, die Künstlergruppe bringt sich in Sicherheit, ein Chaos im System, eine Lebensgefahr droht. Fleißig geschossen und gestorben wird, Stunts im Kleinen und im Größeren, Explosiva über die Gegend verteilt, sich in den Bunkern versteckt, ein Auseinanderstoben der Menschen, stuntintensiv gearbeitet, mit Wert auf Explosion und Wirkung. Fong ist verletzt, von einem Splitter im Rücken getroffen, vom Schein zum Sein katapultiert, The Last Dance, ein einstudiertes Stück plötzlich im Kriegstreibern, es wird auf Tumult gegangen und auf einen anderen Ort geblickt auf HK von oben, zu einer anderen Zeit, Jahre später, die Stadt besucht, Fong autofahrend mit Brille hier. Ein Parkplatz findet man nur mit Glück und gegen Geld, eine kapitalistische Stadt, jeder hält die Hände auf, der Mann eher passiv hier, die Frau am Agieren, sie auch am Retten früher, eine eindeutige Verschiebung der Grundsätze hier, er wird stehengelassen, sie fährt alleine weiter. Viel Geschehen in der Öffentlichkeit, eine Erinnerung wird geweckt, ein Zeichen erscheint, ein Auslöser für Gedanken und Sehnsüchte.
Auf Kunst und Kultur aus einer fernen Zeit wird hier Wert gelegt, auf Anmut und Schönheit, auf Unterhaltung und Ablenkung, auf magische Kräfte des künstlerischen Verein, auf ein Hervorrufen des Unterbewusstseins, auf Erinnerungen, und Geschmeidigkeit, auf Präzision bis zur Perfektion, ein Einklang von Musik und Bewegungen. Die Regie schafft es, die Faszination und die Diskrepanz zu zeigen, die Eigenheiten, das Zwei Staaten - eine Politik im Vorbereiten, ein Blick über die noch unbekannte Grenze, auf ein Drama im Gestalten, ein Verloren Sein, die Verluste spürbar wirkend, ein Rückzug in die Träumereien. Heiß begehrt ist die Künstlertruppe hier, viele Autogrammwünsche, viel Gedränge, Menschenmassen ohne Rücksicht auf Intimes- und Privatsphäre, eine Beobachtung bleibt über, ein kurzer Blickkontakt, wenn überhaupt, auch hier wieder die Frau die treibende Kraft, der Mann reagiert nur, er ist passiv bis schwach wirkend in der Haltung, ein Treffen wird arrangiert in einer Bar, der Alkohol konsumiert, die Zunge gelöst, Gedanken ausgetauscht, die Kamera mehr auf die Frau gerichtet, sie im Blickfeld, er als zweite Person, mit einem Aufpasser auch, während er zurückgesetzt wirkt, als nebensächliche Person. Eine Karaokebar ist es, es werden auch Lieder aus der Heimat gespielt, Mandarin-Weisen, sichtlich nicht von den Darstellern selber gesungen, aber das sind Kleinigkeiten, noch einmal die Kampfszene von Beginn und das gemeinsame Leben und Zusammenleben gezeigt. Viel Emotionalität beweist die Inszenierung, viel Sentimentalität und Völkerverständigung, es gibt Applaus von den Gästen, daheim geht man allein.
Spät noch klingelt das Telefon, nachgefragt wird, nachgehakt, der Bodyguard auf Achse, ein Gespräch instruiert, das Hauptdarstellerpärchen war später noch im erwähnten Cheap Killers aktiv, hier schon eine eigene Verbindung, eine Beziehung aufbauend, aus einem früheren Leben, trotzdem oder deswegen zögerlich, Fong hier sowieso eher passiv gehalten, so gestaltet, das lässt ihn schwach wirken, dem Main Guy die Kraft genommen, eine Schwäche zuteilend, gegenüber sich selber, gegenüber den anderen, den Frauen und Joseph Lee vor allem, nicht bloß durch die Brille, sondern dem allgemeinen Verhalten, der Ahnungslosigkeit, den unbeantworteten Fragen. Streitigkeiten finden gerne auch in der Öffentlichkeit statt, vor den Hotelpagen oder anderen Umherstehenden, eine Aggression und Offensivität, durch die Straßen wird gewandelt auf der Suche nach Antworten und Erklärungen, einige Markenzeichen der Stadt gezeigt und davor spielend, ein gutes Auge für Räumlichkeit, gerade auch während einer längeren Fluchtszenerie, die Darsteller müssen nach Möglichkeit ihre eigenes Stunts machen, folgend noch eine Autojagd, die Treppen einer Unterführung hinab und durch die Unterwasseranlagen, einen explosiven Überschlag und auch ein LKW als Verfolger plus anschließender Befragung auf der Happy Valley Police Station und weiterer Zusätze im actionreichen und konditionsstarken letzten Drittel inkludiert.