Review

Die Doku vermittelt das Stimmungsbild eines komplexen, durch geopolitische Interessen und militärische Konflikte zerschundenen Landes. Neben militärischen Stimmen wie die des Kommandanten Mamadou Ndala, der gegen die Rebellenbewegung M23 kämpft, wird auch die zivile Seite gezeigt, etwa anhand einer Mineralienhändlerin. Ein kolonialgeschichtlicher Kontext wird angerissen, doch eine tiefgreifende Analyse ist das nicht. Die Kamera ist nah an den Menschen und liefert schön gefilmte Impressionen, obwohl der Bildinhalt auch Elend festhält. Der Schnitt variiert im Tempo, sodass sich ruhige Szenen mit hektischen Momenten abwechseln, während die Narration episodenhaft und lose strukturiert bleibt. Viel wird angerissen, wenig vertieft, doch als stimmungsvolle Momentaufnahme ist das sehr interessant: Mehr Immersion als Analyse und sicher passend für ein Double-Feature mit dem essayistischen Concerning Violence (2014).

Details
Ähnliche Filme