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Das Wagnis ist bekannt: Um mit nur zwei Figuren eine Handlung von 90 Minuten zu füllen, sollte sich die Spannung kontinuierlich steigern, ansonsten entsteht eine Menge Leerlauf.
Letzteres ist bei der Regiearbeit von Grant Harvey leider der Fall.

Alex und Dylan wurden vor zwei Jahren ein Paar. Doch inzwischen kriselt es mächtig in ihrer Beziehung. Um diese zu kitten, reisen sie an jenen ländlichen Ort ihres Kennenlernens und an dem sie ihre Initialen in einen Baum ritzten. Nachdem sie in einem Motel übernachten, bemerkt Alex beunruhigende Veränderungen…

Es ist bitter, wenn im ersten Drittel bereits spezifische Hinweise eingestreut werden, welche auf eine relativ eindeutige Pointe hindeuten. Auf dem Hinweg überfährt Dylan fast ein Tier, bei einer Erkundung in einem verlassenen Haus wird ein Handspiegel entwendet und während des Aufenthalts im Motel setzt Alex ihre Pillen ab.

Dabei wird bewusst darauf verzichtet, die Probleme des Paares zu konkretisieren, doch auch diesbezüglich gibt es einige ziemlich eindeutige Anzeichen einer überaus toxischen Beziehung. Betrachtet man die beiden eine Weile, deutet in Sachen Chemie rein gar nichts darauf hin, dass die beiden je ein Paar gewesen sein sollen. Selbst über die Zeit von zwei Jahren nicht.

Entsprechend wird man kaum mit den Figuren warm, ist jedoch stets etwas näher bei Alex, von der man nur erahnen kann, welche psychischen Probleme im Hintergrund brodeln könnten. Dann gibt es noch die Geschichte der Vorbesitzer des verwaisten Hauses, welche allerdings nicht allzu viel Einfluss auf den Verlauf ausübt. Sie dient eher dazu, einige Elemente von Geisterhorror einfließen zu lassen, wobei dieser hier deutlich zu kurz kommt.

Mehr als zwei, drei Erschreckmomente sind kaum auszumachen, es gibt ebenso wenige, halbwegs spannende Momente rund um ein Fahrzeug und einen Schlüssel, doch darüber hinaus wiederholen sich manche Begebenheiten und man bewegt sich zeitweise relativ ziellos.
Immerhin gesellt sich nach einer Stunde ein Score hinzu, der zuvor gar nicht wahrnehmbar war, die Atmosphäre rund um das Motel verdichtet sich leicht, doch das kaschiert nicht, wie man auf genau jene Auflösung hinsteuert, die sich bereits nach einer halben Stunde andeutete.

Den beiden Mimen ist dabei wenig anzukreiden, sie performen weitgehend tauglich, doch ihre Geschichte taugt maximal für einen Kurzfilm und nicht für 89 Minuten, in denen sich nur allzu selten etwas gruseliges ereignet.
3,5 von 10 

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