Die geheime Regierungsorganisation Büro 749 kümmert sich seit Jahrzehnten um alle übernatürlichen Phänomene. Als in einer geschlossenen Mine Aliensporen aktiv werden, entführen sie den jungen Ma Shan, dessen Vater die Entdeckung der Sporen vor vielen Jahren als einziger überlebte. Der Chef von Büro 749 sieht in Ma Shan das Potential, der aufkommenden Bedrohung zu begegnen und ihm ist jedes Mittel Recht, Shan zur Mitarbeit zu zwingen.
Bei der Produktion dieses China-Böllers lief einiges ziemlich unrund, dennoch oder vielleicht auch deshalb ist das Ergebnis durchaus in einem gewissen Rahmen beeindruckend. Zumindest an mancher Stelle.
Gedreht über den enormen Zeitraum von 8,5 Jahren mit Finanzierungsproblemen und über 6500 Mitwirkenden, merkt man das Auf und Ab und das Fehlen von Geldmitteln leider vor allem den teils wirklich tollen, teils aber auch weniger gelungenen CGI-Effekten an. Da stehen auf der einen Seite die in Scharen auftretenden Monstergeier, deren Creature-Design mal richtig gelungen ist und die auch wirklich cool umgesetzt sind, und demgegenüber hat man aber auch jede Menge höchst billig wirkende CGI-Effekte eingebaut, wodurch sich ein leider arg durchwachsenes Bild ergibt.
Während die Monstergeier mit ihrem coolen Figurendesign herausstechen, laden die menschlichen Figuren kaum zum Mitfiebern ein. Daran ändern auch die waghalsigen Stunts, die den Film vor allem im ersten Drittel mit einer Parcours-Jagd über die Dächer der Stadt bereichern, nur wenig. Shan ist nicht unsympathisch, der Figur fehlt es aber an Charakter und dem Darsteller an Charisma und Präsenz und neben ihm gibt es eh quasi keine sympathischen Figuren, sondern nur Lügner, die den Jungen schlicht falsch anpacken und ihn lieber zwingen, anstatt mal mit ihm zu reden.
Der teils emotionale und manchmal auch arg kitschige Mittelteil hängt nach dem starken Einstieg mit der Parcours-Action auch ziemlich durch, trotz des brutalen Vorgehens seitens des Chefs von 749. Hier erweist sich die Story auch als leicht wirr und an mancher Stelle als schwer zu packen, ist dabei aber nicht wirklich komplex, sondern nur zu kompliziert konzipiert, plus der deutliche Hang zu Kitsch und Pathos, der immer wieder durchbricht. Zum Warmwerden taugt niemand so richtig und die Hauptfigur Shan bleibt über weite Strecken erstaunlich passiv, reagiert meist nur und wird manipuliert, statt den Plot aktiv voranzutreiben.
Zu spät, um noch ein Monster-Action-Highlight zu werden, aber besser spät als nie, dreht Regisseur Lu Chuan in den letzten 35 Minuten ordentlich auf. Auftritt Monstergeier, die mit ihrem coolen Design und wuchtiger Präsenz ein echtes Highlight sind. Kreativ und witzig ist hier die Idee, dass es sich dabei um durch die Aliensporen mutierte, normale Vögel handelt, zum Beispiel um süße Kanarienvögel und Papageien. Erwähnte ich, dass die Effekte hier richtig gut aussehen? Okay, das Viehzeug hat es mir echt angetan und es echt schade, dass Lu Chuan über weite Teile eher auf die persönlich-emotionale Schiene des jungen Protagonisten mit Alien-Kitsch setzt, anstatt voll auf fetzige Monster-Action zu setzen, wie er sie im Finale zeigt. Das hätte ein echtes Brett werden können.
Am Ende bleibt ein leidlich unterhaltsamer Monster-Actioner mit deutlichen Längen, der seine beste Phase in den letzten gut 35 Minuten hat, wenn Hunderte Monstergeier zerlegt werden und das Spektakel klar im Vordergrund steht. Wer mit blassen Figuren, etwas konfuser Handlung und einem ordentlichen Schuss Pathos leben kann, bekommt solides Monsterfutter mit ein paar wirklich schönen Momenten und einem Finale, das genug Wumms hat, um den eher holprigen Weg dorthin ein gutes Stück auszugleichen. Die Geier warten schon.