Review

Spektakuläre Stagnation

Im dritten „Avatar“ bekommen es Jake Sully und seine trauernde weil dezimierte Familie nicht nur (wie mittlerweile schon gewohnt) mit den (halb-)menschlichen Eindringlingen zu tun, sondern auch mit einem feurigen Na'vi-Clan aus den aschigen und rassigen Regionen Pandoras…

Spiel mit dem Feuer 

Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen weiter, könnte man mit der Inhaltsangabe und den bisherigen Geschehnissen (auch rund um Colonel Quaritch und Spider) meinen… Doch im Grunde bleibt „Avatar“ auch mit diesem dritten Part eine recht eindimensionale Reise und ein „simpler“ Konflikt. Aber ist das schlimm, wenn ein Abtauchen in diese wundervolle Welt mit einer solch atemberaubenden Optik erneut gut gelingt? Ja, leider schon. Denn die audiovisuelle Brillanz hat sich für mich ein gutes Stück überspielt und abgenutzt. Es ist immer noch hübsch und weit über fast allen anderen Hollywoodproduktionen in Sachen Look, (3D-)Technik, Details und Effekte - aber wenn sich drei Stunden teils trotzdem wie fünf anfühlen, dann bringt auch diese audiovisuelle Referenz nicht mehr den unbedingten Impact. Und wenn sich dann auch noch etliche Storyaspekte langsam leerlaufen, es zum gefühlt fünften Mal „halb Pandora vs. Militärmenschen in Maschinen“ heißt, dann muss ich sagen, dass „Avatar 3“ für mich näher an einer ultrahübschen Geduldsprobe liegt als an einem erneuten Blockbustertriumph. Auf extrem hohem Niveau, versteht sich. Aber nichtsdestotrotz etwas wiedergekaut und anstrengend, auf der Stelle tretend und im eigenen Sud badend. Egal wie krass der Kinosaal dabei vibriert. Egal wie gut Cameron sein (Action-)Handwerk und die emotionale Grundklaviatur versteht. Und egal wie toll es vor allem auch ist, in einer aktuell (auch filmtechnisch!) dermaßen hyperaktiven und oberflächlichen Welt, dass sich mal wieder massiv Zeit und Anlauf genommen wird, in diese epische Welt einzutauchen und dort drei explosive wie expressive drei Stunden zu verbringen…  

Bro, That’s a Good One!

Fazit: Audiovisuell in seinen Höhepunkten noch immer Referenz, ein Jawdropper. Aber das nicht zu unterschätzende Problem ist, dass man das Gefühl hat, das alles mindestens schon 1-2 mal gesehen zu haben, dass der große Wow-Faktor weg ist, dass man maximal noch nickt und genau das erwartet, nicht mehr durchgehend staunt. Und dass die emotionale Verbindung zu den Sullys und Na'vi (zumindest bei mir) nur halb so stark ist, wie sie James Cameron gerne hätte… Für mich kann's das somit gerne gewesen sein für die Ausflüge nach Pandora - wird's aber wahrscheinlich nicht… 

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FRANCHISERANKING

Avatar - 9/10

Avatar 2 - 7,5/10

Avatar 3 - 7/10

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