War der erste Teil schon keine inhaltliche Offenbarung ist die Quasi-Fortsetzung (die mit dem Original aber nun auch gar nichts zu tun hat) noch einschläfernder geraten.
Als Lolita-Ersatz haben wir uns hier Alyssa Milano geholt, die auch mit 23 noch problemlos für 16 durchgeht, was dann auch schon der größte Vorteil des Films wäre.
Erzählerisch herrscht hier doch tatsächlich absolut tote Hose, denn es handelt sich um nichts anderes als eine Kunststudentin und Malerin, die stets in einem gefundenen Tagebuch einer gewissen "Poison Ivy" herumliest und sich genötigt fühlt, ihren biederen Kleidungs- und Umgangsstil mal etwas aufzupeppen. Das bringt aber laue Probleme mit sich, da sowohl ein Mitstudent als auch ihr Kunstprof auf sie abgehen wie ein Zäpfchen.
So wechselt sich das Bäumchen nun also über 9/10 der Spielzeit, immer vom Jungen zum Alten, wobei der verheiratete Prof tunlichst auf Distanz gehalten wird und der Mitstudent auch mal rammeln darf. Ansonsten wird der Film damit gefüllt, daß sich Miss Milano immer offenherzigere Kleidung verpaßt, ein Piercing und auch gepflegt mal eine Zigarette durchzieht (also, da hört sich doch alles auf). Morgens drauf kann sie es dann stets nicht fassen, was wieder los war und wir ahnen, daß das schweinische Tagebuch Schuld hatte.
Auf die letzten sieben Minuten hin gerät der Film dann zum Thriller, wenn ein Galan den anderen angreift und, pardauz, aus dem Fenster plumpst. Das wirkt so dermaßen angeklatscht, daß man richtiggehend überrascht ist, wenn es doch noch dazu kommt.
Wer also ein probates Schlafmittel braucht, ist bei "Lily" richtig gut aufgehoben. Alle anderen können sich in 15-Minuten-Abständen freuen, Alyssa nackte Brüste oder ein laszives Outfit mit Halbmeterausschnitt präsentiert zu bekommen. Ist doch auch schon was! (2/10)