Ausschließlich Kurzfilme drehte der peruanische Autor und Regisseur bis dato, bevor er mit vorliegendem Horrorstreifen seinen ersten abendfüllenden Film anging. Dabei hätte er eventuell seiner Linie treu bleiben sollen, denn nicht nur die frappierenden Parallelen zum Found-Footage-Klassiker „Blair Witch Projekt“ treten im Verlauf negativ hervor.
Sarah und drei Freunde machen sich auf in die peruanische Walachei, um über illegalen Bergbau zu berichten. Warnungen von Einheimischen vor Supay, einem teuflischen Gestaltwandler, der in dieser Gegend sein Unwesen treiben soll, werden ignoriert und so nimmt das Schicksal seinen Lauf…
Teile des insgesamt eher überschaubar anmutenden Settings sind gut gewählt. Es gibt markante Bauruinen am Rande eines Waldes, doch genau jener entpuppt sich leider als eher austauschbar und nicht so exotisch, wie man das in peruanischen Gefilden eventuell erwarten würde. Ähnliches gilt für die wenigen Figuren, welche kaum markante Eigenheiten mitbringen.
Die mysteriösen Ereignisse starten derweil mit einem Klassiker: Nach einem Ereignis will das Dokumentarteam die Gegend verlassen, doch man strandet trotz verschieden gewählter Wege immer wieder am Ausgangspunkt. Ein hinlänglich bekanntes Motiv, das immer wieder zündet.
Darüber hinaus taucht zunächst ein einsamer schwarzer Hund auf, der die Gruppe zu verfolgen scheint, was durchaus für angemessen unangenehme Momentaufnahmen führt.
Die wenigen Schockmomente sind rar gesät, doch sie verfehlen nicht ihre Wirkung, da sie mehrheitlich unerwartet eintreten, zumal die Bedrohung eben ihre Gestalt verändern kann.
Doch nachdem jemand aus der Gruppe verschwindet, häufen sich nicht nur irrationale Verhaltensweisen, auch die Spannung lässt zwischenzeitlich spürbar nach. Vorgänge wiederholen sich, weniger wichtige Aspekte nehmen zuviel Raum ein und die Konfrontationen ähneln sich mehr und mehr.
Gerade in Bezug auf Found Footage wird die subjektive Kameraperspektive selten effektiv genutzt, um Unbehagen zu schüren, etwa mit dem Blick aus einer Zeltöffnung. Stattdessen gerät die Chose zusehends unübersichtlicher, was nicht zuletzt an zahlreichen Nachtaufnahmen ohne Zusatzbeleuchtung liegt. Aber auch storytechnisch gibt es zum finalen Akt einen kleinen Break, welcher zwar einen minimalen Twist beinhaltet, jedoch auf einen Showdown hinausläuft, der in seiner eindimensionalen Form recht ernüchternd ausfällt.
Das Prinzip Found Footage ist hier zwar durch und durch gerechtfertigt und impliziert nur wenige musikalische Untermalungen, doch demgegenüber gibt es eine Story, die aus der peruanischen Folklore-Legende vor allem im Finale zu wenig herausholt. Ein paar Erschreckmomente und eine phasenweise stimmige Atmosphäre stehen einem Spannungsbogen gegenüber, der gegen Ende mächtig einbricht.
3,5 von 10