Das Flüstern im Walde
Der südamerikanische „The Whisper“ schlägt einige Haken, stolpert manchmal über die eigenen Füße und verblüfft doch am ehesten noch mit seiner Unberechenbarkeit, wenn ein Geschwisterpaar auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Vater auf einen Snufffilmring trifft…
Flucht vor sich selbst
Auf dem Papier klingt das wie der perfekte Rausschmeisser nach einem langen Festivaltag. In Wahrheit ist „The Whisper“ aber eine unterbelichtete, grau-monotone Masse ohne echten Esprit oder anhaltende Spannung. Und das trotz eines eiskalten Kniffs und Wendepunkt, den man so nicht kommen sieht. Und trotzdem hat mich „The Whisper“ echt fast eingeschläfert statt aufgeweckt. Ich hätte einen Schrei gebraucht statt einem Flüstern. Und da spielt es kaum eine Rolle, was er noch für Haken schlägt, wenn er diese ausleuchtet als ob man nur mal eben drei Lampen im Baumarkt besorgt hat und all seine Masken, Effekte und Kreaturen damit kaschiert, verschenkt und vergeudet. Das macht „The Whisper“ fast sogar noch ärgerlich zusätzlich zu seiner Lahmheit und seiner dunklen Hässlichkeit. Durch eine einfühlsame Schwester-Bruder-Beziehung, frische Gesichter und einer knackigen Laufzeit ist’s am Ende halb so wild. Er tut nicht weh. Aber im Sonderpostenregal wird er in Zukunft zwischen „Daybreakers“, „Abigail“ und Co. kaum Welle machen. Jackson ist aber immerhin doch wohl der coolste Kater!
Fazit: Mal flüstert's, mal beisst's, mal sieht man nix, mal sieht man wenig… „The Whisper“ ist Horrorgrabbeltischware aus Südamerika mit leichtem Exotenbonus, aber noch eher mit technischen Unzulänglichkeiten und echt wenig Höhepunkten. Aber immerhin einem lässigen Kater und einem überraschenden Kniff - der dann aber auch wieder nur spärlich genutzt wird…