Ringt nach Luft im Tank
Treffen sich drei Freunde und Kunsträuber nach einem dicken Ding in einem abgelegenen Haus an der englischen Küste. Doch eigentlich sollten es vier Herren sein… Treibt einer ein falsches Spiel? Weiß jemand über den Verbleib des verlorenen Kumpels? Hat er sich einfach nur verfahren? Oder lauert an dieser rauen Küste etwas viel Dunkleres?
Ertrunken und einfach durchgewunken…
„The Drowned“ ist für mich Festival-Füllermaterial. Wenn überhaupt. Und das ist natürlich kein Kompliment heutzutage. Festival-Fallobst könnte man auch gemeiner sagen. Das Setting bietet viele Möglichkeiten. Die Atmosphäre ist anfangs dicht. Das Sounddesign eindringlich. Man will mehr über Andeutungen und Mysterien wissen. Erst recht wenn drei weitere verführerische Komponenten in das Küstenhaus kommen. Umso ärgerlicher, dass „The Drowned“ nahezu nichts von seinen Möglichkeiten und dem Kopfkino im geneigten Genrefreund bedient. Okay, bedient vielleicht schon, denn er geht definitiv in eine Richtung, die man sich spätestens ab der Mitte des Films (und eigentlich auch schon bei Titel und Poster!) denken kann. Aber er befriedigt diese nicht. Wenn ich denke, was ein Carpenter oder Raimi (dessen „Tanz der Teufel“ mehrfach deutlich zitiert wird) damals aus sowas (ja, auch mit wenig Budget!) gemacht hätten, dann schüttele ich hierbei noch mehr den Kopf als ohnehin. „The Drowned“ scheint gar nicht den Willen zu haben „abzuliefern“, einen Höhepunkt und Showdown abzufackeln, sich im Genre zu verbeißen. Er verpufft und versandet komplett. Wenn ein Eimer voller Blut das Highlight deines Films ist, dann stimmt doch irgendetwas nicht. „The Drowned“ geht weitestgehend baden, eskaliert nie genug und die (männlichen) Darsteller wirken obendrauf extrem steif, fast als ob sie das Weihnachtsgedicht vor der Oma vortragen. Und so kommt eins zum anderen - und „The Drowned“ wird keinen Ausgängen und halbwegs geradlinigen Genreerwartungen gerecht.
Fazit: verwässerter und sich selbst massiv überschätzender Mysteryhorror zwischen Nixen und Nix. Das hat filmisch höchstens Seepferdchen, geht vielleicht sogar unter wie ein Stein…