Review

„Besessen von der irrsinnigen Vorstellung, nur das Blut junger Frauen könne sie retten, beginnen die bei lebendigem Leib Verfaulenden eine erbarmungslose Menschenjagd: Foltermühle der gefangenen Frauen.“

Soweit ein kleiner Auszug aus dem Trailer. Bloß zu blöd nur, dass bei Pestizide (bzw. Zombis geschändete Frauen), kein Mensch oder Zombie auf die Idee kommt mit Frauenblut irgendwelche Krankheiten zu heilen, und eine Mühle habe ich auch den ganzen Film über nicht gesehen.
Fangen wir also ganz von Vorne an. Es geht bei diesem Film darum, dass irgendwo in der französischen Provinz ein neues Pflanzenschutzmittel fast die gesamte Bevölkerung zu „Zombies“ werden lässt. Eine junge Frau die eigentlich ihren Freund in der Gegend besuchen wollte muss sich nun in dieser verseuchten Gegend durchkämpfen.
Eigentlich hoffte ich bei Pestizide auf einen mehr oder minder derben Zombieschocker, doch richtig blutige Szenen gibt es eigentlich nur deren zwei: Aufspießen mit einer Mistgabel (auch nicht wirklich blutig), und eine Enthauptung.
Die Stärke von diesem Film liegt vielmehr in seiner Atmosphäre. Die bedrückenden, trostlosen Landschaftsaufnahmen, und die zum großen Teil vorherrschende Dialogarmut drücken dem Film einen ganz eigenen Stempel auf, und trotzdem kommt trotz der teilweise nur langsam voranschreitenden Geschichte kaum Langeweile auf.
Zu den „Zombies“ sollte man erwähnen, dass es sich nicht um irgendwelche Toten a La Romero handelt, die durch verlassene Gänge schreiten und ihren Opfern mit behäbigen Angriffen das Fleisch aus dem Körper reisen wollen. Vielmehr handelt es sich hier um ein Wahnsinnigwerden, welches die Infizierten dazu veranlässt ihren Mitmenschen ein Leid anzutun fern ab von der Idee menschliches Fleisch zu verzehren (oder wie im Trailer behaptet Blut zu trinken). Als Beispiel lässt sich z.B. der eine wahnsinnig gewordene Vater aufführen, welcher seine ebenfalls infizierte Tochter per Mistgabel ins Jenseits befördert.
Ebenfalls eigenwillig ist das Make-up der „Zombies“ es wurde nicht nur einfach das Gesicht der Darsteller mit irgendwelchen blassen Farbtönen angemalt, man sieht statt dessen recht hübsche Ausschläge und eklige Eiterbatzen die den Infizierten die Stirn runterlaufen.

Insgesamt kann ich Pestizide nur weiter empfehlen. Einen Film mit einer solchen Atmosphäre und einem solchen Charme sieht man nur selten. Aber Vorsicht: Wer sich den Film nur wegen der übertriebenen deutschen Titel ansieht, oder aufgrund des Beschlagnahmebeschlusses derbe Splattereffekte erwartet, könnte leicht enttäuscht werden.

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