Review

Jean Rollin ist nicht gerade bekannt für seine oscarverdächtigen Leistungen als Regisseur. Doch sein „Pestizide“ kann mit einer sehr dichten Atmosphäre und gut gewählten Kulissen aufwarten und damit eine Stimmung verbreiten, die den klassischen Momenten der „Reitenden Leichen“ -Reihe sehr ähnelt.

Claudine reist mit dem Zug zu einem ländlichen Weingut, um ihren Verlobten zu besuchen. Unterwegs steigt ein Herr hinzu, der ihre Begleiterin tötet und dessen Haut rasend schnell angammelt. So befindet sie sich fortan auf der Flucht…

…nimmt also zunächst Reißaus vor Kowalski(der aus dem Zug), kommt bei einem knarrzigen Vater und dessen Tochter an, die beide nicht helfen wollen und auch schon anfangen zu gammeln. Dann trifft sie eine umherirrende Blinde, (natürlich im weißen Kleidchen, aber mit ganz üblen Kontaktlinsen), um schließlich im Dorf der Mutierten zu landen. Hinzu kommen noch eine Verräterin, zwei Retter und letztlich noch der oben angesprochene Verlobte.

Rollin lässt sich teilweise viel Zeit, die Handlung voranschreiten zu lassen und aalt sich sekundenlang in den kargen Landschaftsaufnahmen, was an dieser Stelle ausnahmsweise mal gut war, da diese eine ausgezeichnete Atmosphäre mit sich bringen, die nur durch die etwas zu minimalistisch angelegte Musik gestört wird.
Die Spannung bleibt zwar weitestgehend auf der Strecke, doch die ländlichen Dörfchen mit ihren alten Steinhütten in nächtlichem Windgeheul bügeln so manche dramaturgische Schwachstelle wieder aus.
Schleichende Zombies sollte man aufgrund einiger irreführender Titel nicht erwarten. Es handelt sich um eine Dorfgemeinschaft, die bei einem Fest gepunchten Wein gesoffen hat und daraufhin zu Mozarella mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum mutiert und Lust auf Tot hat, aber nichts von ihren Opfern zu sich nimmt.

Die Gore-FX sind auch in der Uncut-Fassung vergleichsweise harmlos: Mistgabel im nackten Oberkörper, Kopf abtrennen einer an einer Tür angenagelten Frau und ein Opfer mit heraushängendem Augapfel, - als dieser sich loslöst und herunterkullert, bewegt der Typ seinen Unterkiefer (Muss wohl gekitzelt haben…)
Die Darsteller sind durchschnittlich, Hauptdarstellerin M.G. Pascal etwas besser, nur auf die unsägliche Brigitte Lahaie mit ihren schäbigen „Gleich-spielen-wir-Zimmergolf“-Blick hätte ich gerne verzichtet.

Bleibt also ein eher überdurchschnittlicher Rollin, kein typischer Zombiestreifen, aber einer mit wohliger Atmosphäre.
6 von 10 Punkten

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