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In einem kleinen französischen Dörfchen wandelt ein neu verwendetes Weinschutzmittel die Bewohner in mordlüsterne Wesen und eine nichtsahnend in die Gegend gereiste Frau erwartet ein Kampf ums Überleben.

Hier haben wir mal wieder einen Fall von völligem Sensationsgierübereifer bei der deutschen Titelgebung, denn hier gibt es weder eine Foltermühle noch gefangene Frauen und der Alternativtiel "Zombis [sic!] geschändete Frauen" lässt lebende Tote erwarten, die es ebenfalls nicht im Film gibt, denn bei den Mordenden handelt es sich um infizierte Dorfbewohner, die zwar teilweise zombiehaft durch die Gegend schlendern, aber ansonsten quicklebendig sind.
Da der Film von Jean Rollin regiert wurde, ist das Ganze keine reine Schlachtplatte, sondern es dringen immer wieder dessen typisch poetische Elemente durch und auch traumgleiche Szenen werden präsentiert. So musste Jean Rollin auf Druck der Produzenten für ihn untypisch Splatterszenen in den Film aufnehmen, aber er lässt diese nicht zum Selbstzweck verkommen, sondern integriert sie stimmig in die Handlung und verleiht ihnen eine emotionale Tiefe. So sinkt z.B. ein Infizierter nach seiner Tötung einer Frau wimmernd in sich zusammen, ein Vater bringt seine Tochter um, um ihr die durch die Infizierung zu erwartenden Schmerzen zu ersparen, ein Mann tötet seine Freundin tief berührt und eine bisher körperlich unversehrte Infizierte jagt sich nach einer durch eine Fackel hervorgerufene Gesichtsentstellung selbst in die Luft.
Ansonsten gibt es viele Szenen, in denen lediglich die Bilder sprechen und die man auf sich wirken lassen muss, wenn beispielsweise inhaltlich mal gar nichts passiert, sondern die Protagonisten einfach nur die die tollen Landschaften marschieren. Die Schauplätze sind sehr schön gewählt und besonders das verlassene Bergdorf mit seinen verfallenen, alten Steinhäusern ist ein wahrer Blickfang.
Apropos Blickfang, Brigitte Lahaie spielt in diesem Film zwar nur eine relativ kurze Rolle, ist aber in dieser eben ein Blickfang. Allein schon ihr erster Auftritt, bei dem sie mit einem leichten Lächeln um die Lippen von den Hintergründen über die Geschehnisse im Dorf berichtet, sorgte bei mir für einen erhöhten Pulsschlag und später darf sie mit zwei Hunden im Schlepptau und mit einer Fackel bewaffnet durch die Uraltbauten schreiten, was ein Bild für die Götter ist. Aber genug geschwärmt, die anderen Darsteller sind mir zwar ganzlich unbekannt und nicht immer überzeugend, aber wenigstens Marie-Georges Pascal spielt ihre Hauptrolle als dauerverängstigte Dorfbesucherin sehr überzeugend.
Was gibts sonst noch zu berichten? Musik. Ja, Musik wird nur spärlich eingesetzt, aber wenn dann ist sie sehr wirkungsvoll, denn sie verstärkt die unwirkliche traumeske Athmosphäre.

Insgesamt sollte man auf Grund der deutschen Titel nicht den Fehler machen und einen reinen Splatterexploitioner erwarten, denn man bekommt bei "Foltermühle der gefangenen Frauen" meist ruhige Geschehensabläufe und Jean Rollin typische Bilder, mit denen nicht jeder was anfangen mag, aber Freunde dieser Machart werden sie sicher mögen.

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