Uber from the Darknet
„Self Driver“ ist ein super minimaler, kleiner, bitterböser „Autoindiethriller“ über einen Taxifahrer, der durch eine fragwürdige Connection Zugang zu einer neuen, mysteriösen Beförderungsapp bekommt, die relativ leichten Reichtum verspricht, ihn jedoch viel tiefer in die Nacht und menschlichen Abgründe führen wird als ihm jedes Geld wert sein sollte…
Collateral Spammage
Mehr Indie geht wohl kaum und doch erst in den letzten Jahren durch Minikameras möglich geworden, spielt „Self Driver“ mit gesellschaftlichen Missständen, nächtlichen Stimmungen, „Was würdest du tun?“-Situationen und charakterlichen Schwächen. Weit über Mutproben und Fehlentscheidungen hinausgehend, mit frischen Gesichtern und einer eindringlichen Atmosphäre, die immer fieser, dringlicher und stressiger wird. Das Ende hätte mir noch etwas klarer und böser daherkommen können. Und ich wäre gerne noch ausführlicher und expliziter in diese Schattenwelt eingetaucht. Aber auch so ist „Self Driver“ echt respektabel. Aus wenig wird viel gemacht. Leerlauf ist ein Fremdwort. Spannung ist durchgebend da. Und in die Dunkelheit und Kälte und das Abseitige unserer Welt werden kompetent die Füße eingetaucht. Nicht komplett, aber genug für einen grundsätzlichen Schock und Schauer und „Schau an!“. Eine veritable Visitenkarte. Und wenn schon nicht fünf Sterne wert, dann aber immerhin ganz klar ans Ziel kommend und keine vertane Zeit!
Sind wir nicht alle Geisterfahrer durch eine dunkle Welt?!
Fazit: intensive Fahrt durch die Nacht zwischen gesellschaftlichen Abgründen und fragwürdigen Entscheidungen. „Nerve“ trifft „Spree“. Real und düster. Klein und gemein.