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„Con Air“ ist ein weiterer großer Sommer Blockbuster aus dem Hause Jerry Bruckheimer; hierbei dreht Regisseur Simon West im Stil von Bruckheimers Kumpel Michael Bay.
Cameron Poe (Nicolas Cage) ist Mitglied der US-Rangers. Er will seine schwangere Frau Tricia (Monica Potter) besuchen, die in einer Bar arbeitet. Doch einige besoffene Bargäste pöbeln die beiden an und überfallen sie auf der Straße. Cameron Poe erschlägt einen von ihnen in Notwehr. Der Anfang ist bereits in jener Ästhetik gehalten, die schon die Werke Michael Bays und Tony Scotts auszeichnete. Hinzu kommt ein Soundtrack, der für eine wunderbare Atmosphäre sorgt.
Cameron wandert in für 8 Jahre den Knast, da er seine Nahkampfausbildung falsch eingesetzt hat. Doch im Bau nutzt Cameron die Zeit, um sich zu bilden, rührselige Briefe an seine Familie und sich eine Frisur wachsen zu lassen, die manchen Hardrockstar vor Neid erblassen lassen würde. Auch wenn Simon West seinen Helden hier etwas zu sehr stilisiert, ist „Con Air“ in diesem Punkt nicht schlecht. Denn West präsentiert die guten Seiten Poes nicht aufdringlich und irgendwie kann man einen Mann, der seine Tochter noch nie gesehen hat, Sentimentalität verzeihen.

Bei seiner Entlassung soll Cameron in einem Flugzeug, in dem auch einige Schwerverbrecher verlegt werden. Darunter befinden sich unter anderem der hochintelligente Psychopath Cyrus „The Virus“ Grissom (John Malkovich), der schwarze Extremist Nathan „Diamond Dog“ (Ving Rhames) und der Massenmörder Billy Bedlam (Nick Chinlund). „Con Air“ versteht es, ein paar echte abwechslungsreiche Bösewichte mit ihren eigenen ganz witzigen Macken zu präsentieren. Diese bunte Mischung aus Fieslingen bringt Farbe ins Actiongeschehen.
Doch in der Luft brechen die Gefangenen brechen die Gangster aus. Marshall Vince Larkin (John Cusack) will das Flugzeug ohne Blutvergießen zurückerobern, während andere Mitglieder der Polizei den Vogel einfach abschießen wollen. Cameron will als unfreiwilliges Mitglied der Gefangenenrevolte helfen, die Gangster zum Aufgeben zu zwingen...
„Con Air“ ist wahre Feel Good Action: Die Action könnte zwar etwas umfangreicher sein, aber diese kleine Mangel wird durch ein wirklich gelungenes Drumherum, von der Musik bis zu den Schauspielern, wettgemacht.

Die auftretende Action bietet ein paar Prügeleien, ordentliche Zerstörungssequenzen und einige Shoot-Outs. Vor allem die auf dem Soundtrack mit „Battle in the Boneyard“ hat es in sich. „Con Air“ setzt hier Qualität über Quantität, denn die nicht übermäßige Action wird mit Wests tollem Stil und sehr spektakulär rübergebracht.
Die Story bietet zwar keine überwältigenden Neuerungen, aber unterhält gut. Langeweile kommt keine auf und die eingebauten Wendungen werden gelungen präsentiert bzw. bieten ein paar nette Überraschungen.
Die Bösewichte sind ein wilder, sehr abwechslungsreicher Haufen, der von dem charismatischen John Malkovich exzellent angeführt wird. Weitere Highlights sind Danny Trejo als Johnny 23 und Steve Buscemi als durchgeknallter Psychopath Garland Greene; Gastauftritte der beiden scheinen ja im Actiongenre beinahe Standard zu sein. In einer kleinen Rolle als Officer Bishop tritt auch „Total Recall“ Heldin Rachel Ticotin auf.

„Con Air“ bietet auch rauen Machohumor, egal ob dies die coolen Sprüche sind oder andere witzige Situationen. So ist die Tunte Sally-can´t-dance (Renoly Santiago) für ein paar Lacher gut, ebenso die „Immer wenn mein Auto frischgewaschen ist“ Szene.
Hinzu kommt eine Musik, die zu dem besten gehört, was je komponiert wurde. Die Zusammenarbeit der erfahrenen Komponisten Mark Mancina („Bad Boys – Harte Jungs“) und Trevor Rabin („Deep Blue Sea“) mit dem unbekannten Paul Linford ist wahrhaft hörenswert und bietet eine unglaubliche Atmosphäre.

Die Regie von Simon West bietet mal wieder den als Videoclip-Ästhetik verschrieenen Stil der aber perfekt zu dieser Art von Actionkracher passt. Wests Regie bringt in Verbindung mit Kamera und Musik stimmungsvoll die Atmosphäre von „Con Air“ rüber.
Die Schauspieler sind gut, aber vor allem John Cusack und John Malkovich sind zu erwähnen. Malkovich gibt mal wieder einen beeindruckenden Bösewicht, wie er es schon so oft wie toll in Filme wie „Gefährliche Liebschaften“ oder „In the Line of Fire“ tat. Komödiengenie Cusack sorgt auch hier als chaotischer, leicht überforderter, aber sympathischer Marshal für einen gewissen Grad an Humor.

„Con Air“ ist ein wahrhaft gelungenes Spektakel mit sehr guter Action, guten Darstellern und einer genialen Atmosphäre.

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