Review

Oh, da sehe ich neben „Eddington“ gleich den nächsten der „Die wichtigsten Filme unserer Zeit“. Nicht den Besten, dafür ist das hier an vielen Stellen zu lang geraten, denn Gore Verbinsky will einfach alle Geschwüre des digitalen Krebses in die Laufzeit packen. Hat er, zum Preis einer überfrachteten und eher unrunden Geschichte, aber mit dem Ertrag einer amtlichen Voll-Analyse. Das meiste ist auf den Punkt, wenn auch etwas überzeichnet, aber vermutlich visionär oder zumindest fantasievoll weitergesponnen. Nicht jede Idee funktioniert und gerade in Richtung Ende tendiert er von absurd zu abstrus. Hingeschaut und sich selbst reflektiert, hoffentlich mit einem längeren Erwachen als beim üblichen "Content-Binge-Watching". Wir sind schon mitten in der Bit-Apokalypse, die Generation Alpha die zu befürchtende Ausgeburt dieser Datenhölle. Ich bin jedenfalls sensibilisiert, ich hoffe länger als zwei Tage. Also ein Werk mit Wirkung, das Ziel des Kinos.
Das Budget war überschaubar, so dass es verwundert, dass der Endgegner Technik bei der Visualisierung so ausufernd bedient werden musste, sprich, nicht alles sieht objektiv gut aus. Ein Metakommentar auf die aktuelle Verzerrung der Realität? Vermutlich Wunsch-Interpretation und doch Thema Geldbeutel. Dennoch ein bemerkenswerter Film und endlich mal wieder ein positives Lebenszeichen von Gore Verbinsky.

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