33 Filme seit 2010 und die Fertigkeiten von Autor und Regisseur Rene Perez haben sich seither kaum verbessert. Bodensätze der Filmlandschaft wie „Rotkäppchen“ oder „Alien Predator War“ sind zumindest nicht weit von dem entfernt, was sein neues Werk in Form eines Kampfsportfilms hervorbringt.
Bennet, ein inhaftierter Auftragskiller, soll auf eine Gefängnisinsel verlegt werden, auf der es kurz zuvor zu einem Ausbruch kam. Während die junge Polizistin Hansen komplett überfordert ist, bahnt sich Bennet seinen Weg durch die Schwerverbrecher…
Bereits nach 20 Sekunden merkt man, dass sich Perez inszenatorisch noch immer nah am Amateurniveau bewegt. Er schafft es sogar, die Namen der Darsteller zweimal einzublenden, noch bevor die eigentliche Handlung einsetzt. Diese kommt nach kurzem Geplänkel rund um die beiden Hauptpersonen immerhin rasch zur Sache, wonach es im sonnendurchfluteten Wald ums reine Prügeln geht.
Dass Hauptdarsteller David Kurzhal ein Fan von van Damme sein dürfte, geht aus einigen Moves hervor, welche eindeutig den Eigenheiten des Belgiers zuzuordnen sind. Natürlich sieht das nicht ansatzweise so athletisch aus, zumal es die Inszenierung mit Zeitlupen maßlos übertreibt, doch Ansätze einiger Fertigkeiten sind zumindest erkennbar.
Generell geht die Choreo weitgehend in Ordnung, obgleich einige Kicks zuweilen deutlich am eigentlichen Ziel vorbeirauschen.
Richtig schrecklich ist allerdings der Score, welcher die Fights derart monoton untermalt, dass es ohne weitaus effektiver wäre. Eintönige Beats ohne Melodie bestimmen die Untermalung, während in den wenigen ruhigen Momenten simple Synthieflächen bedient werden. Lieblos und emotionslos. Besser ist die Sounduntermalung jedoch auch nicht, denn hier hört man asynchrone Schläge, die rein gar nicht zur Akustik der Umgebung passen.
Immerhin versucht man es mit einem flotten Tempo und viel Bewegung, was in seiner storytechnisch minimalistischen Form unweigerlich an billige Klopper der späten 80er erinnert. Inbegriffen ist allerdings auch eine bewusste oder unbewusste Frauenfeindlichkeit, da Polizistin Hansen als einzig effektives Gegenmittel zur Ablenkung blankzieht, während die Randfigur in Form einer Krankenschwester außer Schreien noch weniger beiträgt. Beide Damen agieren während des Treibens furchtbar hilflos und unbeholfen, während der Held zur selben Zeit die Reihen plättet.
Mitunter und vor allem zu Beginn geschieht dies mithilfe von Schusswaffen, wonach man zumindest diesbezüglich dem maßlos überzogenem Titel gerecht zu werden versucht. Das Blut schießt jedoch durchweg aus dem Computer und speziell zum Finale wird dieser eingesetzt, als Teile der Bäume brennen, - Effekte aus den frühen 90ern.
Darstellerisch wird durchweg unterdurchschnittlich performt und auch ein Kurzhal bringt einfach nicht die notwendige Präsenz mit, um als Actionheld durchzustarten. Bezeichnend ist einmal mehr, wie man einen Michael Paré als lustlosen Polizeichef unterbringen kann, während Richard Tyson eine ebenfalls undankbare Gastrolle erhält. Die flachen Dialoge und die dazugehörige Dödelsynchro vervollständigen das Bild.
Wenn der Regisseur als auch einige der Darsteller mit ungewohnten Aufgaben wie Schnitt oder Soundediting vertraut werden, ist dies selten ein gutes Zeichen. Der billige Klopper setzt mit mittelmäßigem Erfolg auf Action, der Rest ist in vielen Aspekten Dilettantismus, der nach 79 Minuten bereits beendet ist. Nicht gänzlich langweilig, aber insgesamt zu laienhaft umgesetzt, um „Bloodstorm“ als Genrefan ernst nehmen zu können.
3,5 von 10