Angels & Demons... & Nonsense
"The Carpenter's Son" dichtet Jesus' "verlorene Jugendjahre" um zu einer mal eindringlichen, mal ätzend langweiligen "Horrorstory" aus Abgründen, Selbstzweifeln und Quadratlatschen... Mit Nic Cage voll in seinem Element als verzweifelter Josef. Und mit viel teuflischer Schminke über diesem Haufen Quatsch mit Religionssauce...
Zwischen den Stühlen des Zimmermanns
Stilistisch und atmosphärisch finde ich "The Carpenter's Son" eigentlich echt nicht übel. Etwas düster vom Bild, manchmal auch näher an einem Musikvideo oder einer Collage, an einem biblischen Alptraum - aber doch alles sehr dreckig, matschig und künstlerisch wertvoll. Manche Bilder, Dämonen und Metaphern haben es in sich. Und Cage findet eine gute Balance aus Overacting und Ernsthaftigkeit. Der gesamte Film an sich tut aber genau das eher nicht. Die Idee an sich hat Eier. Die Umsetzung und die "Message" und die gedankliche Klarheit haben es nicht. Manch ein (Monster-)Effekt ist ganz cool. Und alle geben alles (ja, sogar die nervige FKA Twigs). Und trotzdem weiß ich am Ende nicht, was ich mit "The Carpenter's Son" anfangen soll, was er mir sagen will, was er eigentlich sein will. Es hat mich null gepackt. Und ehrlich gesagt auch nicht interessiert. Redundantes Geschlängel. Prätentiöses Geschwafel. Eine gewisse Ambivalenz kann filmisch ja ein Zubrot sein. Aber das hier wirkt eher verloren irgendwo zwischen den Testamenten, Exkrementen und Konsequenzen. Ich glaube, das hätte ich fast schon lieber von Mel Gibson gesehen...
Religion ist der Horror
Fazit: Atmosphärisch-agnostische Bibelverdrehung zwischen Horror, Humbug und Heiligtum... Mutiger Fehlschlag. Extremes Experiment. Interessant & nicht gänzlich inkompetent - aber leider nie gut! Zu oft auch am Rande der Lächerlichkeit - oder drüber!