Five Nights at Freddy‘s konnte für einen spaßigen Filmabend sorgen, der vor allem Fans der Game-Vorlage feuchte Augen bescherte. Die Fortsetzung knüpft zwar direkt an die Ereignisse des ersten Teils an, kann dessen Reiz jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich einfangen. Stattdessen wirkt vieles wie eine erzwungene Weiterführung – weniger aus kreativer Motivation als vielmehr aus kommerziellem Kalkül.
Die Handlung setzt unmittelbar nach den Geschehnissen im ersten Freddy’s an: Mike Schmidt versucht, die traumatischen Erlebnisse hinter sich zu lassen, während seine Schwester Abby weiterhin eine unheimliche Verbindung zu den Animatronics verspürt. Gemeinsam mit der Polizistin Vanessa stoßen sie auf ein weiteres, angeblich ursprüngliches Freddy’s-Restaurant – den Ursprung des Grauens. Dort begegnen sie nicht nur den bekannten Figuren Freddy, Bonnie, Chica und Foxy, sondern auch neuen Erscheinungen wie der mysteriösen Marionette, die eine zentrale Rolle im übernatürlichen Geschehen einnimmt.
Rein oberflächlich betrachtet macht der Film einiges richtig. Der Soundtrack weiß zu überzeugen, insbesondere das Titelthema bleibt positiv im Gedächtnis. Auch das Wiedersehen mit den ikonischen Animatronics sorgt zunächst für nostalgische Momente, und visuell präsentiert sich der Film durchweg solide.
Doch dieser positive Eindruck hält nicht lange an. Das größte Problem von „Five Nights at Freddy’s 2“ ist zweifellos sein Drehbuch. Die Geschichte wirkt unausgereift, voller Logiklöcher und erzählerischer Brüche. Neue Ideen – wie das sogenannte „Ur-Freddy’s“ oder die Einführung der Marionette – werden zwar angerissen, aber nie sinnvoll ausgearbeitet. Statt Spannung entsteht Verwirrung, da zentrale Fragen schlicht keinen Sinn ergeben.
Besonders fragwürdig ist zudem der Umgang mit Nebenfiguren. Eine Gruppe junger Geisterjäger wird eingeführt, nur um kurz darauf wieder aus der Handlung zu verschwinden. Ihre Existenz dient offensichtlich lediglich als erzählerisches Mittel, ohne dass sie einen echten Mehrwert für die Geschichte bieten. Außer das man die Seelen für die Animatronics benötigt. Was jedoch keinen Sinn ergibt. Das wirkt nicht nur konstruiert, sondern auch überraschend lieblos.
Auch die Entwicklung der Hauptfiguren enttäuscht. Mike, Vanessa und Abby wirken im Vergleich zum Vorgänger eher stagnierend oder sogar rückschrittlich gezeichnet. Emotional bleibt vieles auf der Strecke, wodurch es schwerfällt, eine echte Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Einzig Piper Rubio als Abby bringt noch etwas Energie in ihre Rolle, während der Rest des Casts weitgehend blass bleibt.
Hinzu kommt, dass der Film im Horrorbereich kaum Akzente setzt. Die eingesetzten Jump-Scares sind vorhersehbar und wenig kreativ, echte Spannung kommt selten auf. Statt mit Atmosphäre oder psychologischem Grusel zu arbeiten, verlässt sich der Film auf altbekannte Mechanismen – mit entsprechend begrenzter Wirkung.
Positiv hinzufügen kann man lediglich die zahlreichen versteckten Hinweise rund um das Franchise. Und auch das Wiedersehen mit den beiden Scream-Veteranen Matthew Lillard und Skeet Ulrich weckt positive, wenn auch kurze, Erinnerungen.
Five Nights at Freddy’s 2 ist somit eine enttäuschende Fortsetzung, die das Potenzial ihres Vorgängers nicht ausschöpft oder weiterentwickelt. Trotz solider Optik und gelungenem Soundtrack scheitert der Film vor allem an seinem schwachen Drehbuch und seiner ideenlosen Umsetzung. Was bleibt, ist ein weitgehend belangloser Horrorfilm, der weder Fans noch Neulinge wirklich überzeugen dürfte.