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Für ein Regiedebüt nebst Drehbuch ist die Leistung des Südkoreaners Kim Jae-hoon recht hoch einzustufen. Zwar erinnert die Prämisse ein wenig an John Woos „Face/Off“, doch einige clevere Entwicklungen halten problemlos bei Laune.

Bereits elf Opfer zählt die hiesige Mordkommission im Zuge eines Snuff-Ringes im Darknet. Als Kommissar Jae-hwan den mutmaßlichen Kopf der Bande, Jin-hyeok verfolgt, sind beide plötzlich spurlos verschwunden. Einen Monat später taucht der Killer wieder auf, behauptet jedoch, Opfer eines Körpertausches geworden zu sein, während Jae-hwan der wahre Killer sei. Um die eigentlichen Verräter zu fangen, muss Jin-hyeok seinen jungen Kollegen von dieser Tatsache überzeugen…

Mit spürbarem Tatendrang wird das Geschehen rund um die beiden Protagonisten rasch vorangetrieben. Bereits nach zehn Minuten erfolgt die Verfolgung erst per Auto, dann zu Fuß im Wald. Gewisse Härten werden bereits früh angedeutet, während nachfolgend Misstrauen bis hin zu Paranoia herrschen. Ist ein Körpertausch möglich und wem der beiden ist zu trauen? Was, wenn der vermeintliche Killer im Aussehen des Polizisten seine Familie bedroht und wie könnten Kriminelle im Dunstkreis auf den Killer mit verändertem Verhalten reagieren?

All jenen Fragen stellt sich der Stoff auf angemessen unangenehme Weise, bindet einige garstige Vorgänge ein und spielt phasenweise intensiv mit der Frage, welchen Handlungsfreiraum jemand im Körper des jeweiligen anderen haben könnte. Dabei dreht es sich weniger um die Umstände des Tausches, sondern allenfalls darum, ob ein solcher rückgängig gemacht werden könnte. Und anbei geht es neben der Polizeiarbeit ja auch darum, weitere Mitglieder der Kriminellen aufzuspüren.

Entsprechend wird die Geschichte weitgehend flott vorgetragen und hält sich kaum mit Nebensächlichkeiten auf. Schauplätze sind oft düstere oder zumindest leicht verregnete Orte, denen häufig eine morbide Note mitschwingt, wie ein verlassener Wohnwagen inmitten einer Einöde. Hierzu passen auch einige deftige Gewalteinlagen, welche von Folter mit Stromstößen und Schlägen bis zu Messerstichen und anderen blutigen Eingriffen reichen. Unterstützt wird die düster-dreckige Note von einem zumeist zurückhaltend eingesetzten Score, der lediglich bei kleinen Actioneinlagen etwas aufdreht.

Ein besonderes Lob gebührt den beiden Hauptdarstellern, die entsprechende Verhaltensweisen binnen kurzer Zeit zu wechseln imstande sind und auch in Sachen Körpersprache viel zum Ausdruck bringen. Ihrem nuancierten Spiel ist es zu verdanken, dass das Publikum stets zwischen Abneigung und Zustimmung schwanken dürfte, was letztlich aber auch der wendungsreichen Geschichte an sich geschuldet ist.

Denn der Verlauf bleibt nicht ohne entsprechende Twists und Enthüllungen, wozu ein paar ausgiebige, jedoch nicht zu erklärende Rückblicke bemüht werden. Am Ende klären sich die meisten Fragen auf und bis zum teils dramatisch ablaufenden Finale bleibt offen, ob nicht vielleicht sogar zwei titelgebende Teufel involviert sein könnten.
Ein ambivalentes Unterfangen mit spannenden Passagen und cleveren Entwicklungen innerhalb einer sauberen Inszenierung.
7,5 von 10


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