Review

Eher vom Wickeltisch gefallen als die Wiege geschaukelt

Das Original habe ich als Jugendlicher mal im Fernsehen gesehen, kaum noch in Erinnerung, aber als gehobenen, facettenreichen und eher dramatischen als genreaffinen (90s-)Thriller abgespeichert. Den hätte ich mal lieber aufgefrischt anstatt dieses brandneue Remake zu schauen, das quasi das Gegenteil von diesen Eigenschaft darstellt und das leider selbst eine toll psychopathische Maika Monroe nicht retten kann… Erzählt wird über eine (mehrfache) Mutter - und eine die dies gerne wäre und bei ihr als mysteriöse Babysitterin anfängt…

Auch wenn ich das Original aus den frühen 90ern nicht mehr top präsent habe, bin ich doch etwas geschockt, wie sehr diese Neuauflage alles vereinfacht, abflacht, ganze Nebenstränge komplett weglässt und alles zu einem „Böse Nanny“-Horrorthriller der stupidesten Form verknappt. Die Darsteller spielen nicht grottig, alles sieht einigermaßen hochwertig aus und wenn Kinder in Gefahr sind, sollte ein gehobener Grundpuls immer automatisch am Start sein. Aber irgendwie verheddert sich „The Hand That Rocks The Cradle“ (2025) massiv, kommt nie in seinen Tritt, fängt schneller an zu langweilen als ein Baby zu schlafen, die Charaktere samt ihren (inneren wie äußeren) Konflikten sind extrem schablonenhaft und insgesamt liefert das ein Psychoduell zweier Frauen, das einen komplett kalt lässt. Erzählt wird viel zu wenig für seine Laufzeit, die Ereignisse bleiben einem fern, die visuell gewünschte Unterkühltheit schlägt schnell von Stil in Sterilität um und das Teil wirkt trotz seiner Produktionswerte erstaunlich oft wie eine dieser amerikanischen Direct-to-Wallmart-Grabbeltisch-Produktionen hinter der Hochglanzfassade. Weder als Drama noch als Thriller geschweige denn als Horror liefert das genug. „The Hand That Rocks The Cradle“ (2025) hat mich völlig angeödet. Und wie stupide und energisch er meint creepy und beunruhigend zu sein, es aber leider in Wahrheit null ist, macht die Sache nur noch lebloser und peinlicher… Am meisten Drive haben noch ein paar inspirierte Needledrops. Der Rest ist by the numbers wie 2025 nur geht. 

Fazit: charakterloses und blasses „Mommy vs. Nanny“-Duell, das sich viel spannender, reizender und unangenehmer findet als es leider im Endeffekt ist. Passend zum Titel ist das höchst monoton und einschläfernd… 

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