Einmal Geschnetzeltes, indonesische Art, bitte!
Zombiefilme und kein Ende in Sicht. Die Filme über die halbverwesten oder infizierten Menschenmonster mit Riesenappetit erfreuen sich immer wieder Beliebtheit und steigendem Absatz. Auch wenn dies Thema mehrfach durchgekaut, ausgespuckt und wieder aufgewärmt wurde, geht diese Sparte von Film und hartnäckiger Fan like me muss doch immer wieder reinglotzen, um zu sehen, was sich Neues auf dem Markt entwickelt hat und wie die nächsten Opfermengen durch den semihumanen Fleischwolf gedreht werden. in Indonesien hat sich dieser Boom auch so einigermassen etabliert, nachdem Taiwan mit "The Sadness" vorlegte und auch bei Netflix so einige Koreaner vertreten sind. Warum nicht mal Indonesien?
In einem Dorf auf der indonesischen Insel Java stellt eine pharmazeutische Firma ein Wunderverjüngungselixier namens ANJ her, das demnächst in Serie gehen soll. Firmenboss Mr. Aris, der auch als Familienoberhaupt im Argen mit seinen Angehörigen ist, die um den Firmenthron buhlen, aber selbst nix auf die Kette bekommen, testet als Erster sein giftgrünes Mittel. Die unabsehbaren Folgen zeigen sich sobald: Wähend des Familienzwist nimmt Mr. Aris bizarr pathologische Züge an und verstirbt prompt auf der Stelle um nur kurz darauf wieder zum Leben zu erwecken. Nur zum Entsetzen seiner Familie kehrt er scheinbar verändert und wie von Sinnen zurück, wandelt mordlüstern und blutgierig durchs Haus und beisst einige seiner Hausangestellten tot. Scheinbar! Denn auch diese wandeln wieder quicklebendig umher, mit dem Unterschied, das sie alle dieselben unmenschlichen Züge angenommen haben. Und schon bald breitet sich diese Beiss-Infektionsseuche auf der gesamten Insel aus. Die Familienmitglieder verschanzen sich, wo sie können und kämpfen schon bald gegen eine unaufhaltsame Rotte von Untoten mit Riesenhunger auf Menschenfleisch!!!
Nix Neues an der Zombiefront? Wer anders denkt, liegt tatsächlich falsch! Der Ansatz bleibt der altbewährten Hausmannskost treu. Streunende Zombies im Grossvatertempo waren gestern. Heute muss alles hektisch von statten gehen. Und so handeln auch die Infizierten Wiedergeborenen: Schnell, laut, brutal und aggressiv. Die grausig dreinblickenden Fratzen wirken abartig erschreckend. Die dazugehörigen Effekte Film-TÜV tauglich. Parallelen zu Kinoknallern wie "28 Days later" sowie "The Sadness" unübersehbar. Die dienten wohl auch als Vorlage für dieses Filmelixier. Auch wenn das Dargestellte anmutend spannend wirkt, verpufft selbiges unter Kopfschüttelnden Handlungsfehlern so mancher Akteure, die vielseitig und explizit eingesetzt wurden und so eher komödiantischen Touch eingehaucht bekommt. Wirkt doof, ist aber so. Das eindimensionale Drehbuch funktioniert lückenlos, versuchte man doch, etwas zweigleisig zu fahren, indem man die kernkompetente Haupthandlung von einem familiärgebundenen Nebenstrang einmünden und solange mitfliessen lässt, bis das krönende Ende einsetzt.
Dabei wird das Gerüst etwas aus den Augen geschossen und verschiebt sein Hauptaugenmerk eher auf die blutigen Masseszenen und schier ekelhafte Fresseinlagen,wie man sie nur zu Genüge kennt. Da verwundert die ab 16 Freigabe doch sehr bei dem Gezeigten. Auffallend ist der wahllose Einwurf zahlreicher Randfiguren,die nur dem Nutzen dienen, als Zombienassfutter verarbeitet zu werden und den Zuschaueraugen eine Abhärtungskur zu unterbreiten. Schlau ist die ganze Chose im Übrigen nicht, lässt sich aber gut über einen ergehen. Wer Anspruch sucht, ist hier falsch. Wer ein rotfeuchtes Massenspektakel auf dem Ausverkaufsbasar erhofft, liegt dagegen goldrichtig.
Ein kleines flackerndes Licht im grossen Sammelbecken der Zombiedutzendware en masse; nicht mehr, nicht weniger. Die Menschentreibjagd mags zwar bunt, laut und roh, aber so mancher handlungstechnischer Schnitzer lässt den Film mancherorts als bösen Goof darstellen. Eingebettet im Familienzwistigen Mini-Drama und visuellen Schauwerten, bekommt er gegen Ende noch einen Anstrich von Home-Invasion verpasst. Insgesamt kurzweilig, etwas doof, aber auf schräge Art und Weise erfrischend und blutrünstig. Nicht neu, aber kann was!
Ist die ab 16 Freigabe gerechtfertigt? Aufgrund zahlreicher Splatterszenen schon erstaunlich, das die Niedrigfreigabe vergeben wurde. Meines Erachtens hätte ein 18er Siegel auch nicht verwundert!