Ein erfreulich gelungenes Remake des Schlitzerklassikers aus den 80-ern, das den bisher eindeutig besten Beitrag der Reihe neben dem Original liefert. Überaus gekonnt wird hier der Faden des Originals aufgegriffen, variert und gerade ausreichend weiterentwickelt, um als Neuverfilmung voll durchzugehen, aber auch als völlig eigenständiges Werk zu brillieren.
Die Handlung spult wunderbar unterhaltsam ab und beweist dabei ein nahezu traumtänzerisches Gefühl für Pacing, Schnittfolge und Einsatz formaler Mittel. Dramaturgisch macht der Film alles richtig. Handwerklich sehr routiniert, budgetbedingt sogar als überdurchschnittlich zu bewerten, aber es gibt keine erinnerungswürdigen Extras wie verblüffende Kameraeinstellungen oder andere Schmankerl. Dennoch läuft der Film inhaltlich wie formal und technisch völlig rund.
Als kleinen Geniestreich muss man einordnen, dass die Macher dem Film ein immer wieder aufblitzendes Augenzwinkern verliehen und den Handlungsverlauf mit einer Pointe versehen haben, die den durchaus saftigen Slasher zu einer schwarzhumorigen Komödie ausbauen, was dem Film zusätzlichen Effet verleiht.
Darstellerisch bewegt man sich auf solidem Niveau, die Hauptdarsteller bleiben im Gedächtnis. Die Sympathieentwicklung seitens des Zuschauers für die Protagonisten wird nicht mit dem Holzhammer befördert und bleibt ambivalent - das wird überzeugend vorgetragen. Die zum Teil charikaturenhaft überzeichnete Präsentation der "Unartigen" setzt sich erfreulich vom formalen Slasher-Einerlei ab und unterstützt die komödiantische Note des Films, ohne je ins Absurde abzudriften.
Natürlich ist dies ein Film von 2025, aber dabei bleibt er angenehm unauffällig. Es gelingt den Machern, einen aktuellen Film abzuliefern, der ein unübersehbares Retroflair atmet, obwohl er in der Gegenwart spielt. So wirkt das alles unaufdringlich, reicht aber locker, um sowohl Zeitgenossen des Originals wie auch die junge Generation zu begeistern.
Mit expliziten Bildern wird nicht gegeizt, aber es gibt eine Steigerung mit Fortverlauf der Handlung, und der Film beginnt gewissermaßen sparsam und zeigt seine drastischen Momente zunächst nur im Off. Dadurch ist die Schnetzelei weniger selbstzweckhaft, unterstützt in ihrer Zunahme die Zuspitzung des Plots, und am Ende kommt jeder auf seine Kosten.
Fazit: Eine kleine Perle, die gleich auf mehreren Ebenen überzeugt und ein breites Publikum anspricht. Ein geistreiche Neuinszenierung mit Wiedererkennungswert, die dabei erfrischend eigene Akzente setzt. Flott und unterhaltsam, pointiert und appelativ, aber dabei ganz ein Slasher - der beste Genrebeitrag seit Jahren!