Review

Predator goes „Disney“… und es ist gut! 

Dan Trachtenberg, glaubhaft und mittlerweile nachhaltig bewiesen „Predator“-Superfan, hat schon mit „Prey“ und „Killer of Killers“ recht vielfältig und krachend bewiesen, dass man ihm das Franchise und quasi seine neue Ziehvaterrolle für es gut und gerne überlassen kann und abkauft. Nun zeigt er erneut eine weitere Facette und Möglichkeit, indem er sich deutlich dem neuen Mutterkonzern Disney annähert und eine menschenblutleerere, verjüngte und etwas angezuckerte Version des legendären außerirdischen Jägers liefert - auf einem fremden Planeten, fast noch als Teenager, teils selbst als Gejagter und mit eineinhalb Kompagnons an seiner Seite. Was alles nicht jedem Hardliner und „alten Fan der ersten Stunde“ gefallen könnte… Mir aber doch ordentlich Bock gemacht hat! 

Grünes Blut. Was macht es? Es leuchtet grün. 

Während „Prey“ das „Predator“ als Franchise schockwiederbelebt, in eine neue Epoche und gleichzeitig in die Jetztzeit gehieft hat und „Predator: Killer of Killers“ im animierten Bereich alle Bremsklötze herausgehauen hat, kommt nun mit „Predator: Badlands“ die Verjüngungskur für die ikonischen Yautja-Krieger. Mitsamt halbem Cyborg-Sidekick (Fräulein Fanning als „Tia“ sehe ich super gerne, sie stiehlt hier oft die Show!), mitsamt Comicbuchattitüde, mitsamt neuem Planeten, neuen rebellischeren, ungestümen Teenage-Vibes, neuen Ideen, neuer Blutgruppe und neuen Gegnern. Und das macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß! In diesem Fall muss man absolut null Angst vor der „Disneyfizierung“ haben. Trachtenberg liefert wieder ab! Ein launiges Abenteuer, das fast nur den Vorwärtsgang kennt und lediglich leichte Abzüge in den B-Noten bekommt. Tia hat auch ihre nervigen Momente. Manch ein Witz wirkt heftig deplatziert. Oder gar ganze („süße“) Kreaturen tun dies. Und die super zahlreichen Computereffekte sind gut, aber jetzt nie auf Referenzniveau und manchmal gar etwas wischiwaschi, eher Quantität als Qualität. Da denkt man fast man gucke eher einen animierten Film anstatt einen Realfilm. Aber ansonsten ist das richtig gelungen. Trotz fehlendem roten Blut und keinen herausgerissenen Wirbelsäulen. Von Menschen zumindest. Der Look ist hochwertig, viele Meschaniken, Monster und Ideen auf dem sehenswerten Schauplatz sind echte Hingucker, die Wut und Motivation des jungen Predator-Protagonisten sind vollkommen nachvollziehbar. Seine Chemie mit Fannings halbem Cyborg ebenso. Die Aussagen zum Thema Familie und eigener Wegfindung sind radikal und richtig geil zum Teil. Und das ergibt dann mindestens ein tolles Einsteigervehikel in die „Predator“-Welt für eine neue Generation. Aber im Grunde auch für alle älteren Begleiter der Yautjas, zumindest wenn diese sich nicht zu sehr an alte Gewohnheiten und Gepflogenheiten klammern. Und hier und da ein Auge zudrücken. Oder eben herausreißen. 

Einzelkämpfer goes Alphatier

Fazit: Ordentliches „Predator“-Abenteuer mit neuen Blickwinkeln, Begleitern und (CGI-)Bombastmomenten. Hat mir gemundet, obwohl es nicht sehr blutig oder oldschool war. Vielleicht sogar gerade deshalb. Frischer Wind. Nicht perfekt. Aber geht nach vorne. Geht ab. Tut gut! 

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FANCHISERANKING

Predator - 10/10

Predator 2 - 8/10

Alien vs. Predator - 6,5/10

Alien vs. Predator 2 - 4/10

Predators - 6,5/10

Predator: Upgrade - 4,5/10

Prey - 7,5/10

Predator: Killer of Killers - 7,5/10

Predator: Badlands - 7,5/10

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