Dan Trachtenberg, der auch schon den Vorgänger „Prey“ (2022) inszenierte, stellt in „Badlands“ nun die Yautja mehr in den Mittelpunkt. Beginnend auf deren Heimatplanet geht es nach etwas familiärem Morden nach Genna, wo der Yautja Dek die Kreatur des Kalisk bezwingen will. Wie es im Predator-Kosmos eben üblich ist, sucht sich der Jäger seine Beute. Doch hier nimmt das Ganze eine andere Wendung. Was erst einmal nicht verkehrt, den x-ten Aufguss der immer gleichen Konstellation braucht es nicht. Allerdings geht „Badlands“ dann immer mehr in eine Richtung, welche die Charakteristika eines „Predator“ oder eben Yautja für meinen Geschmack zu sehr verbiegt.
Die Ausgangslage ist interessant und auch visuell gibt „Badlands“ einige schöne Bilder her, insbesondere die Ansichten von Genna sind chic. Dazu gibt man sich Mühe, die Kultur der Yautja lebendig werden zu lassen, sie sprechen durchgängig ihre Sprache und werden mit Untertiteln versehen. Auch Dek selbst sieht in der Mischung aus Kostüm und motion capturing anständig aus. Nicht unwichtig, soll man ihm doch durch sein Abenteuer folgen. Dennoch gibt es massiven Einsatz von CGI, laut Trachtenberg in jeder einzelnen Szene. In seiner Menge sieht das in Ordnung aus, wenn es auch immer wieder mal zur digitalen Materialschlacht verkommt. Dann gibt es eben Teil-CGI-Monster gegen CGI-Monster.
An die Seite gestellt bekommt Dek die Androidin Thea (Elle Fanning), die für Exposition, Kommentare, Gewissen und Humor zuständig ist. Und darauf hätte ich in der Menge gerne verzichtet, es verwässert den Film ebenso wie der zusätzliche knuffige Sidekick Bud. Diese und weitere Zutaten lassen das Franchise gefühlt im MCU ankommen, da helfen auch die Verweise auf das Alien-Franchise (Weyland-Yutani lässt grüßen) nicht mehr. Auch ist der charakterliche Verlauf für Dek nicht das, was ich mir von einem „Predator“-Film erhoffe, das wird dann doch zu familiär und läuft der Art entgegen, die man bislang in den Filmen präsentiert bekommen hat. Gelungen wiederum ist der Score von Sarah Schachner und Benjamin Wallfisch.
„Is that a joke?“
Ein Yautja entdeckt seinen Familiensinn. Schön für ihn. Heißt ja hier auch nicht „Predator: Badass“.