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Marty Mauser ist Schuhverkäufer in New York anno 1952. Allerdings sieht er sich zu Größerem berufen, die Weltmeisterschaft im Tischtennis soll es sein. Diese Idee verfolgt der junge Mann in dem von Josh Safdie inszenierten Film zielstrebig, einen typischen Sportlerfilm mit Werdegang und Trainingsmontagen hat man mit „Marty Supreme“ allerdings nicht vor sich. Das fängt bei der Hauptfigur an, Marty ist weniger ein Sympathieträger. Sein Ego ist enorm, er ist ambitioniert, impulsiv, ein Laberkopp, ein Verkäufer, er macht einfach. Was nicht heißt, dass er einfach alles richtig macht, aber immer das Interesse an dem Fortgang der Geschichte schürt. Martys Fixierung auf das Ziel baut sich hier zu einem wort- und temporeichen sowie kurzweiligen Chaos zusammen, bei dem Integrität eine flexible Angelegenheit ist. Das ist durchaus witzig anzusehen, wenn man Marty seine Chuzpe auch nicht nur einmal um die Ohren hauen möchte. Er belügt andere sowie sich selbst und glaubt das alles vermutlich sogar. Vielleicht dringt am Ende aber tatsächlich auch mal was zu ihm durch. 

Timothée Chalamet liefert eine sehenswerte Leistung ab, fern des oft von ihm dargebotenen Typus' füllt er die Rolle lebendig aus. Neben ihm liefern auch Gwyneth Paltrow und Odessa A'zion ansprechende Auftritte. Die Präsentation ist ebenfalls gelungen, das retro-Setting ist chic ausstaffiert und irritiert auch auf der Tonspur mancher Song aus den 1980er Jahren, so fügen sich diese erstaunlich passend in die Szenerie ein. Auf die manchmal zu wackelige Handkamera mag das nicht zutreffen, insgesamt sieht „Marty Supreme“ jedoch anständig aus. Die Laufzeit von zweieinhalb Stunden merkt man dem Werk dabei nicht an.

„You will never be happy.“

Kurzweilige Shitshow über ein großes Ego, das über sich selbst stolpert.

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