Seagals erster Film in Eigenregie bemüht sich redlich, harte Action mit einer Öko-Botschaft zu verbinden. Dennoch ist „Auf brennendem Eis“ der bis dahin schwächste Film des Aikido-Experten.
Die Story:
Die Ölfelder Alaskas: Skrupellose Ölkonzerne und die Bevölkerung liegen im Streit um die Eröffnung der neuen, gigantischen Förderanlage Aegis 1. Mitten drin: Pyrotechniker Forrest Taft, der feststellen muss, dass beim Bau von Aegis 1 gepfuscht wurde, und nun auf der Abschussliste des Konzerns steht…
Natürlich ist Taft kein Weichei, und natürlich ist er eigentlich auch Experte für sämtliches Kriegsgerät und Schlägereien. Die Ähnlichkeit zu einem gewissen Schiffskoch Ryback sind unübersehbar. Davon könnte man leichter absehen, wenn der Film etwas schneller in Fahrt käme. Seagal versteht es zwar offensichtlich, solide zu inszenieren, was man an den tollen Naturaufnahmen, aber auch den fetzigen Explosionen erkennt, das Drehbuch aber hat einfach zuwenig auf der Pfanne. Dem Zuschauer ist die Skrupellosigkeit des Erdölknilchs sofort klar, was auch an dem leichten Overacting Michael Caines und seiner Handlanger liegt. Nur Taft braucht erst eine bizarre indianische Seance (voller nackter Frauen), um seine rosarote Brille abzusetzen, und den Ölprinzen als Bösewicht zu erkennen. All das ist langweilig, und da actionmäßig bis auf ein paar Explosionen praktisch nichts los ist, enttäuscht der Film lange Zeit.
Überhaupt bringt der ganze Indianer- und Ethnokram dem Film aber auch rein gar nichts. Taft pfeift ja eh selbst drauf – was bleibt, ist das Indianermädchen, das nichts weiter machen darf, als Taft die Munition zu reichen. Die wird gegen Ende des Films dann auch reichlich verballert, erst auf einer Verfolgungsjagd zu Pferd, dann in der Förderanlage. Vor allem die Härte stimmt, wenngleich keine Knochen gebrochen werden. Aber auch von der allgemein hohen Qualität der Action hätte man gerne früher was gesehen. Gleichwohl sorgt das ganze Spektakel für einen versöhnlichen Abschluss.
Für eine Hollywood-Großproduktion doch erstaunlich ist die klare Botschaft des Films pro Naturschutz, contra Ölkonzerne. Speziell die Schlussszene mit Tafts flammenden Appell gegen alles und jeden ist gewagt, aber bemerkenswert. Man muss sich nur fragen, wie es Seagal geschafft hat, an Originalschauplätzen wie eben den Förderanlagen drehen zu dürfen.
Fazit:
Weder an „Alarmstufe Rot“, noch an die alten Cop-Streifen, kann „Auf brennendem Eis“ anschließen. Dafür ist die Story zu simpel und zu träge, dazu kommen doofe, mitunter nervige Schurken und über weite Strecken zu wenig Action. Pluspunkte gibt’s für die vorbildliche Botschaft und das tolle Finale.
5/10