Review

Alles andere als lustig ist das Spielchen was in "Funny Games" gespielt wird!!!


Familienurlaub ist angesagt und so mieten sich Anna und Georg für sich, den kleinen Sohn Schorschi und nicht zu vergessen den Hund, ein prächtiges Ferienhaus, um die Anstrengungen des Arbeitsalltags zu vergessen.
So werden die idyllischen Anfänge dieses doch sehr konventionell wirkenden Films, durch den nachbarschaftlichen Besuch, der Brüder Peter und Paul, langsam aber sicher verdrängt und es kommt unfassbares auf den anfänglich gelangweilten Zuschauer zu...

Michael Haneke beweist in diesem Film was in ihm steckt. Er operiert mit gnadenlosen Kontrasten, die den Zuschauer allmählich in die Verzweiflung treiben.
Eine Familie wird Opfer von progredierendem Psychoterror, der ein Ausmaß annimmt, den man ausgehend vom klischeehaften Anfang des Films nie erwartet hätte.
So wird jeder der den Film gesehen hat, seinen nach Eiern fragenden Nachbarn, zumindest kurzzeitig skeptisch anschauen...!

Genialität und Wahnsinn bewegen sich bekanntlich auf einem schmalen Grat und so überzeugt Hanekes Film vornehmlich darin, diese Binsenweisheit zu bewahrheiten.
Ausgesprochen genial und einfallsreich terrorisieren die beiden Brüder die Familie, wobei ich auch hier den Moralisten raushängen lassen muss. Ähnlich wie bei "Running Scared", oder "The Hills Have Eyes", kann ich es nicht für gut heißen, dass Kinder in solche Filmsequenzen involviert werden. Natürlich spiegelt dies die Realität wieder, dass auch Kinder die Opfer von Psychopathen sind, aber ist es nicht doch ein wenig verfänglich, dies mittels eines Films zu einem bloßen "Unterhaltungswert" verkommen zu lassen?!
Nun gut, mit einer ordentlichen Portion gutem Willen hat der Film auch eine Message, nämlich "Traue deinem nach Eiern fragenden Nachbarn nicht."
Der Film will keine Message haben, sondern schocken und das auf einer Ebene, die bedeutend grausamer ist, als detaillierte Close-Ups von Gehirnmasse und dergleichen...Die Vorstellungskraft des Zuschauers macht den Film unerträglich. Dies zu Stande zu bringen, ist wahrlich eine Meisterleistung Hanekes, aber auch der Schauspieler!!!
Durchweg spielen sie ihre Rolle authentisch und ergreifend. Die beiden Brüder verkörpern den Wahnsinn bis aufs Äußerste und man fragt sich "Die müssen doch auch so einen an der Klatsche haben!?" Also ich hoffe mal nicht!

Dennoch, ist der Film für mich ein ganzes Stückchen zu hart...insbesondere wegen der ausgiebigen Terrorisierung des Kindes, bekommt er für mich einen subjektiven Punkteabzug!
Objektiv gesehen ist der Film jedoch eine Glanzleistung in jeder Hinsicht, halt nur krank...extrem krank (um mal wieder subjektiv zu werden)!

Subjektiv gesehen: 5 Punkte, da hilft auch nicht die geniale Umsetzung des Films in jeglicher Hinsicht.

Ein schier sinnloses Unterfangen der objektiven Betrachtung, beschert dem Film 8,5 Punkte.

So überwiegt die Subjektivität und der Film bekommt 6 Punkte von mir!

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