"The car brings in the kids; the adventure stories bring in the men - who mostly don't want to watch Dallas; David is so handsome that he has carried along with him a lot of women in the Dallas audience who were his fans when he was in The Young and the Restless."
~ Glen A. Larson
"You know, I read all this stuff and said, 'Hey, we got bad reviews. That means We're gonna be a hit.' I don't know why, but it seems to be a formula every time."
~ David Hasselhoff
Ab 1982 war für eine Weile lang und auf der großen weiten Welt und so universell nicht mehr der Hund der beste Freund des Mannes, sondern ein Auto, ein Vehikel auf vier Rädern statt vier Pfoten, genauso treu aber und bei den Liebhabern auch genauso liebgewonnen und vermenschlicht. Ein schwarzer Pontiac Trans Am, der immer da war, der alles konnte und auch alles brachte, der seinem Besitzer beistand und ergeben war und anders als seine Artgenossen wie der kriegskalte Airwolf, der Blue Thunder oder das Zweirad beim Streethawk eine Persönlichkeit und eine Seele war, entscheidende 21g in anderthalb Tonnen Gewicht:
Der Polizist Michael Long [ Larry Anderson ] wird auf den Spuren von Industriespionen von der eigentlich als Vertrauten angesehenen Tanya Walker [ Phyllis Davis ] und im Beisein ihres Komplizen Vernon Gray [ Lance LeGault ] in der Wüste Nevadas niedergeschossen. Er überlebt nur schwerverletzt und im Gesicht entstellt und operativ verändert durch die Hilfe des todkranken Millionärs Wilton Knight [ Richard Basehart ], der ihm unter dem Namen Michael Knight auch eine neue Identität und Aufgabe verleiht. Knight soll im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung und unter Leitung von Devon Miles [ Edward Mulhare ] weiterhin für die Verbrechensbekämpfung tätig werden, wofür er auch das Kommando über das eigens dafür hergestellte hoch-computerisierte Auto 'Knight Industries Two Thousand‘, kurz 'K.I.T.T.' erhält.
Auffällig gemeinsam zu dem ebenso technokratischen, aber geradezu kühlen bis durch die Vergangenheit des Vietnamkrieges auch schweren Airwolf ist der jeweilige Beginn der Serie, der hier wie dort mit einer Tragödie startet und wo die Figuren näher dem Tod als dem Leben sind; dort ist es ein großangelegtes Massaker durch einem geplanten Amoklauf mit schwerer Artillerie, hier im Gegenzug und im Gegenteil aber eine vergleichsweise intime Inszenierung während dunkelster Nacht und weit außerhalb der Zivilisation und auch nur wenige Personen und Nahestehende zudem involvierend. Dort das Produkt von Donald P. Bellissario, welcher seine Geschichten gern im militärischen Umfeld und mit entsprechend mehr Oberfläche, mehr Fassade, mehr Regeln, mehr Bürokratie und Rangordnung, eher dem Schwelenden unter der Uniform und der Zurückhaltung von Emotionen ansiedelte, hier die Kreation von Glen A. Larson, welcher oftmals sowieso eher familien- bis gleich jugendgerecht, zumindest hier in der Startphase mit durchaus düsteren und dramatischen Tönen und eher für ein erwachsenes Publikum schrieb. "Der Revolver zielt auf mein Gesicht und die ganze Welt explodiert." Im Showdown explodiert noch mal das Diesseits, wird die Tragfläche eines Privatflugzeuges abgesäbelt und das Fluggerät mit einem grellen Knall in die Luft gesprengt.
Dabei ist v.a. die Startphase entscheidend, nicht die Industriespionage im Casino von Las Vegas, sondern der bald tote Polizist auf dem Parkplatz und der noch jüngere Lieutenant, der verraten von allen Seiten, mit dem Verlust seines Freundes und Kollegen und tot geglaubt und in der 'Identität' zerstört in der Wüste zurückgelassen wird. Tod, Verletzung, Traumata, die auch so bezeichnet werden und auch akustisch und visuell so exponiert und in mehrfachen Wiederholungen und Verzerrungen ausgedrückt, dazu Rachegelüste, Verschwörungen, Korruption, Geheimniskrämerei und das Ausdehnen und Biegen und Brechen von Gesetzen selbst auf der Seite der Guten, die in einer Art 'Märchenschloss' und wie unwirklich in dieser Früh-Achtziger-Gegenwart leben. Für einen Pilotfilm sind die Erklärungen übrigens recht verknappt gehalten, die Vergangenheit aller Beteiligten wird gar nicht in Augenschein genommen, auch die Gegenwart selber beschränkt sich im Grunde auf den fortlaufenden Kampf gegen das Verbrechen und damit den vorliegenden Fall, es gibt kaum Füllmaterial und auch keinerlei überbordende personelle Entwicklung und damit auch keine Emotionalität.
Dass, was in der Serie folgend noch ein- und ausdrücklich zum Vorschein kommt, die Partnerschaft zwischen dem Fahrer und seinem Auto, eine gewisse kindliche Naivität und auch Trivialität tritt dann hier erstmals beim Verlassen des Grundstückes und bei der Fahrt quer durch die Vereinigten Staaten aufgrund der Spurensuche nach den Bösewichtern auf, wobei auch die gebotenen Bilder von meist leeren und anonymen einspurigen Landstraßen, den vielen trockenen Gestrüpp an der Straßenseite und dem endlosen Horizont vor und hinter sich stets gleich bleiben und eine weite amerikanische Fläche voller nichts zeigen; allerhöchstens mal durch Stock Footage Aufnahmen einiger Referenzstädte wie eingangs Las Vegas durchbrochen oder allerhöchstens die 'Urbanität' durch Kleinstädtchen im Mittleren Westen, die Serie ist nahezu vollständig auch eine Heimatserie und auch ein wenig Neo - und Country Western, nur mit einem einsamen Cowboy im Auto statt auf dem Pferd. Hier stehen noch die Jukebox in der Ecke, aus denen The Eagles, Fleetwood Mac oder James Taylor tönt; musikalisch, geografisch, humoristisch, dramaturgisch irgendwo auch und selbst in Sachen Kleidung ist man zuweilen jedenfalls nicht allzu weit entfernt von Ein Duke kommt selten allein (1979 - 1985), als dessen Konkurrenz man eingangs geplant war und wo der schwarze Trans Am hier auch in den direkten Kontrast zum knallroten Dodge Chargers dort präsentiert wurde. [Eine weitere Inspiration war B.J. und der Bär, 1979 - 1981, und damit eine Kreation von Larson selber, speziell die Episode "Das Wunderauto".]
Action selber kommt übrigens nur vereinzelt und relativ spät auch, irgendwann nach der Mitte der Laufzeit wird mit einem korrupten Crash Car Rennen und einer Art asphaltierten Kirmesfeld ein Stuntspektakel samt Karambolagen en masse geboten, welches selber zur damaligen Zeit leicht archaisch wirken musste und mehr oder minder ein Abenteuerspielplatz mit seichten Witzen und ebensolchen Restriktionen und Destruktionen ist, Effektszenen aus dem Fundus des Steinzeitfernsehens jedenfalls, in denen auch der Stuntman statt Hasselhoff jeweils deutlich sichtbar und das Ganze zudem mit erneut lauthals alberner Komik und ohne jeden Sinn für Räumlichkeit und Nachvollziehbarkeit dargestellt ist. Später werden zwei bemühte Autodiebe auf eine unfreiwillige Spritz- und Pirouettentour durch die Stadt genommen und anschließend auf die Motorhaube eines stehenden Polizeiwagens katapultiert, und der Trans Am spielt Geisterfahrer mit einem Truck, wird vom Hubschrauber aus beschossen, durchbricht einen querstehenden Lastkraftwagen sowie vorher die Gefängnismauern neben dem Sheriffbüro, bzw. die Pappmaché, aus denen die Wand bestückt und geschmückt ist.