Review

„Dead Heat“ ist ein ganz nettes B-Movie mit dem Mark Goldblatt aber nicht an seinen knallharten Kracher „The Punisher“ heranreicht.
Roger Mortis (Treat Williams) und Doug Bigelow (Joe Piscopo) sind knallharte Cops in L.A. Der etwas eitle Mortis und der eher prollige Bigelow sind auch direkt zur Stelle als zwei Räuber einen Juwelier ausrauben. Doch bei der Schießerei mit einem Großaufgebot der Polizei wollen die Täter trotz diverser Treffer nicht sterben und können von Mortis und Bigelow erst via Handgranate bzw. überfahren zur Ruhe gebettet werden. Mit dem Auftakt beweist Goldblatt sein Gespür für Action und liefert eine herrliche Ballerei auf hohem B-Niveau ab.
Für ihren überzogenen Einsatz und ihre respektlose Arbeit muss das Duo erst mal offizielle getadelt werden – ehe ihnen der Chef dann insgeheim auf die Schulter klopft und sie zu ihrer Arbeit beglückwünscht. Im Leichenschauhaus trifft Mortis nicht nur seine Ex-Freundin wieder, sondern erfährt von ihr auch, dass an den Tätern schon mal eine Autopsie durchgeführt wurde und ihr Blut eine bestimmte Chemikalie enthält. „Dead Heat“ folgt den Mechanismen des Copfilms und nimmt diese recht ironisch auf die Schippe.

Mortis und Bigelow folgen der Spur der Chemikalie bis in ein Labor, wo Bigelow auf eine Reanimationsmaschine und einen entstellten Rockerzombie trifft. Bei der anschließenden Prügelei kommt Mortis zu Tode – doch er wird per Reanimationsmaschine ins Leben geholt. Als Zombie geht er nun zusammen mit Mortis auf die Suche nach seinen Mördern...
Die abgefahrene Story von „Dead Heat“ kann man am besten als „Lethal Weapon“ meets „Night of the Creeps“ bezeichnen. So ist die Story auch sehr an Copkrimis orientiert, wobei diese auch auf die Schippe genommen werden. So kommt Roger Mortis nicht nur vom dem lateinschen Wort mortis (tot), sondern klingt auch etwas wie Roger Murtaugh. Leider kann dies nicht komplett darüber hinwegtäuschen, dass der Plot von „Dead Heat“ selbst wenige Wendungen hat und die Spannung bestenfalls auf Durchschnittsniveau kommt. Immerhin ist der Film sehr kurz und besitzt sehr viel Tempo, was diesen Mangel dann zumindest teilweise ausgleicht. Die Logik geht allerdings sehr früh flöten (vor allem wer wann gestorben sein soll, wird nicht allzu nachvollziehbar behandelt und führt zu ein paar derben Logiklücken). Recht erfrischend ist die Tatsache, dass „Dead Heat" viele seiner Figuren rigoros abnippeln lässt (und das bedeutet teilweise auch endgültiges Ausscheiden, nicht bloß zur Reanimation bereitstellen).

Der Humor ist ganz nett, vor allem einige Witze über das Zombie-Sein sind Brüller (z.B. „Das waren noch Zeiten, als man mit ’ner Knarre noch jemanden umlegen konnte.“). Leider sind einige Sprüche etwas platt, vor allem die von Bigelow. Aber dennoch kann der Humor immer wieder zum Schmunzeln anregen und dem überdrehten Geschehen den richtigen Touch Ironie geben.
Die Effekte sind ganz witzig und teilweise recht krude, z.B. der Rockerzombie oder die animierten Tierkörper in dem China-Restaurant. Die FX sind recht gelungen, aber das müssen sie auch sein: Oft wird die Nachvollziehbarkeit über Bord geworfen, um etwas neues zu präsentieren. So ist der Rockerzombie ein Monster, obwohl an sich nur „normale“ Leichen wiederbelebt werden usw.

Die Action ist ziemlich gut, aber leider zu wenig. Die Auftaktballerei, die Prügelei im Labor, der Überfall auf die Zeugin, der Autocrash und das Finale – das war’s. Leider sind einige der Actionszenen eher kurz, was die Menge nochmals etwas mindert. Dafür geht es immer ordentlich rund, wenn es Action gibt: Recht blutige Shoot-Outs, die gut inszeniert sind sowie ein paar recht spektakuläre Stunts.
Treat Williams und Joe Piscopo spielen zwar nur auf B-Niveau, aber das passt irgendwie zu der ironischen Atmosphäre des ganzen Films und ist daher alles andre als ein Manko. Vincent Price tritt in einer Nebenrolle auf, hat aber einen ziemlich unwichtigen Part. Er macht seine Sache aber ganz gut, ebenso wie die restlichen Darsteller.

Alles in allem ist „Dead Heat“ ein recht originelles Stück B-Action-Comedy, das allerdings in den Punkten Story, Humor und Action nicht unbedingt gravierende, aber kleinere Schwächen hat.

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