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Im Rahmen eines Meeresabenteuers bilden Kraken meist nur den Bruchteil einer Bedrohung, wie etwa beim Klassiker „20.000 Meilen unter dem Meer“. Der russische Regisseur und Co-Autor Nikolay Lebedev wollte die überdimensionale Erscheinung hingegen dauerhaft in seinen Tiefsee-Thriller einbinden, doch letztlich ist diese allenfalls fünf Minuten zu sehen.

Grönlandsee: Die gestrandeten Geologen Julia und Oscar sind vorerst gerettet, als sie von einem U-Boot unter der Leitung von Voronin aufgegriffen werden. Sie selbst verfolgen die Mission einer U-Boot-Rettung, die von einem gigantischen Kraken ausgelöst und nun erschwert wird…

Der Stoff ist definitiv nichts für Klaustrophobiker, da sich um die 95 Prozent der Handlung unter Deck in engen Räumlichkeiten abspielt. Hier wird erfahrungsgemäß viel taktiert und manövriert, wobei in der ersten Phase viel Wert auf einen familieninternen Streit gelegt wird. Darüber hinaus werden die übrigen Figuren weitgehend vernachlässigt und das kollektive Mitfiebern hält sich in Grenzen.

Der Krake taucht indes erst nach knapp einer Stunde auf, dessen Wucht der Tentakeln durchaus beeindruckend ist, spätestens bei der Begegnung mit einer Ölplattform. Doch sein direkter Einfluss beschränkt sich auf nur wenige Momente, da man vielmehr daran interessiert ist, dem Koloss aus dem Weg zu gehen. Die eigentliche Rettungsmission ist indes im finalen Akt angesiedelt, wo es zumindest noch ein, zwei dramatische Entwicklungen zu verzeichnen gibt.

Die Action ist immerhin passabel umgesetzt, sobald Erschütterungen oder Überflutungen zu verzeichnen sind und auch darstellerisch wird brauchbar performt. Die Ausstattung ist solide, der Score arbeitet weitgehend effektiv und es gibt handwerklich kaum etwas auszusetzen.
Die Geschichte hätte hingegen einige Straffungen dringend nötig gehabt, denn einen prinzipiell dünnen Inhalt auf satte 214 Minuten aufzublähen, führt in regelmäßigen Abständen zu leichtem Leerlauf.

Technisch wäre das Potenzial da gewesen, doch in Sachen Abwechslung und Empathie gegenüber den Figuren scheitert das Projekt weitgehend. Primär im Mittelteil mangelt es an Dynamik, der Kraken wird teilweise beinahe vergessen und erst am Ende kommt vermehrt so etwas wie Spannung auf. Zu spät, wenn bereits zwei Stunden des Unterwassermäanderns vergangen sind.
4 von 10



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