Die erste filmische Umsetzung des Franchises um „The Witcher“ fand 2001 statt, seitdem gab es verschiedene Fortsetzungen, Prequels und Sequels und gar diverse Serien. Vorliegendes Abenteuer lässt sich problemlos ohne jede Vorkenntnis sichten, handlungstechnisch werden jedoch entscheidende Elemente in Bezug auf Staffel Vier vorweggenommen.
Die „Ratten“ sind eine eingeschworene Diebesbande um Mistle, welche es auf die Einnahmen einer großen Wettkampfveranstaltung abgesehen haben. Doch dort, wo sie die potenzielle Beute lokalisieren, befindet sich eine unüberwindbare Spinnenkreatur. Sie wenden sich an den abgehalfterten Hexer Brehen (Dolph Lundgren)…
Die ersten Minuten in Form einer Rahmenhandlung hätte man sich definitiv sparen sollen, da hier wesentliche Fakten bezüglich des Schicksals einiger Figuren vorweg genommen werden. Danach lernt man die jungen Diebe bei einem kleinen Raubzug in einem Gasthaus kennen, wobei ihr gewitztes Zusammenspiel und ihr allgemeiner Zusammenhalt positiv zu Buche schlagen.
Auch die Entwicklung des alten Hexers, der im Beisein der jungen Gruppe noch einmal aufblüht, was sogar zu kleinen Trainingsmontagen führt, generiert eine schlichte, jedoch positive Dynamik. Doch auf der anderen Seite gibt es zu wenig Gegenwind. Die fiesen Wichte bleiben weitgehend konturlos, ihre Missetaten werden allenfalls angedeutet, wonach das unweigerliche Aufeinandertreffen im finalen Akt weitgehend austauschbar anmutet.
Zudem mangelt es über weite Teile an Action und Schauwerten. Die spinnenartige Kreatur im Kellergewölbe sieht aus der Distanz durchaus beeindruckend creepy aus, später verpufft dieser Eindruck jedoch ein wenig. Auch die Kampfszenen in Form von Schwertkämpfen wirken vergleichsweise schwerfällig, beinahe altbacken und sind zudem nicht allzu blutig inszeniert. Trotz minimaler Twists sollten keine allzu großen Überraschungen erwartet werden.
Hin und wieder zündet mal ein situationskomischer Moment und Dolph Lundgren ist durchaus eine Bank für einen alternden Kampfkoloss, doch in Sachen Spannung ist nicht viel auszumachen. Die Konfrontationen werden fast komplett für den finalen Akt aufgespart, dazwischen nehmen kleine Flashbacks den Wind aus den Segeln, wogegen sich ansonsten schlicht zu wenig ereignet.
Die ansonsten tauglichen Performances und die passable, mittelalterliche Ausstattung kaschieren nicht, wie zahnlos und oft inhaltsleer das Abenteuer innerhalb der 82 Minuten vonstatten geht.
Ein paar charmante Momente sind mitzunehmen, doch die Chose ist weit entfernt von einem opulenten Fantasy-Actioner.
4,5 von 10