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Ein französischer Graf (Guy Tréjan) will seinen Sohn (Pierre Benedetti) verkuppeln, um eine Erbschaftsauflage zu erfüllen. Als die auserkorene Braut (Lisbeth Hummel) anreist, muss der Graf nicht nur die Manierlichkeit und Christlichkeit seines ungeschlachten Sohnes unter Beweis stellen, sondern auch Hinweise auf eine Bestie zerstreuen, die angeblich im Umland des Anwesens ihr Unwesen treibt und Frauen schändet…

Überaus vergnügliche erotische Fabel, die auf ihrer Suche nach Bildern für das Anziehende und Abschreckende der Fleischeslust allerlei Schlüsselmotive aus „Die Schöne und das Biest“ aufgreift und variiert. Bemerkenswerterweise untertreibt der Film nicht den bedrohlichen Eindruck, der von der animalischen Kraft der Triebe ausgeht, um etwa Berührungsängste zu beschwichtigen, noch verfällt er ins Gegenteil und nimmt das gefährliche Eigenleben der Lust zum Anlass, für Enthaltsamkeit zu werben. Vielmehr belässt er der Sache ihre natürliche Zweischneidigkeit und wirkt allein durch seine neugierige Beschäftigung mit dem Thema und seine absurde Komik entkrampfend. Erfrischend auch der uneitle Inszenierungsstil, der keinen gesteigerten Wert darauf legt, die Grenzen zwischen klug Ersonnenem, unerwartetem Glücksfall und lässig in Kauf genommener Verhinderung deutlich zu markieren.

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