Walerian Borowczyk gilt als jener Erotik-Regisseur, der sich nicht nur wie Tinto Brass auf einen oberflächlichen Voyeurismus beschränkt, sondern auch einen tiefen Blick in die menschliche Seele wagt und dieselbige hat bekanntlich abgründige Züge.
"La Bete" gehört zu seinen wohl eigenwilligsten Werken und bringt die oben beschriebene Wesenhaftigkeit seines filmischen Schaffens wohl am besten auf den Punkt. Borowczyk verbindet Traum mit Trauma, Liebe mit Tod, Extase mit Verderben und vereint derartige Disparitäten in einer wohlgeformten Harmonie. So ist auch "La Bete" ein Sammelsurium von den Widersprüchlichkeiten der menschlichen Psyche und Sexualität. Da bleiben keine Tabus unangerührt: Das nymphomane Zimmermädchen, der sodomistische Sohn, der pädophile Pfarrer - Borowczyk erspart seinem Publikum wirklich nichts. Hervorragend fotografiert und stets in einer stilvollen Atmosphäre gehalten, inszeniert der Regisseur seine eigene Version von "Die Schöne und das Biest" und wirft dabei einen sarkastischen und tiefgründigen Blick auf das "Tier im Manne" und auf die unergründliche Seele der Frau.
Fazit: Ein Meisterwerk & Boro at its very best!